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So wird der Welpe stubenrein

Mit Geduld wird jeder Welpe stubenrein.

Wenn Sie je einen Welpen im Haus hatten, dann wissen Sie, dass es Geduld braucht, um diesen ans „Außenklo“ zu gewöhnen. Viel Geduld. Wenn Sie noch nie einen Welpen im Haus hatten, dann wissen Sie jetzt, was Sie brauchen: Geduld.

Für den Winzling ist erst einmal alles neu – er ist sowieso verunsichert. Neue Menschen, neue Gerüche – keine Mama, keine Geschwister. Also ist es wichtig, sein Vertrauen zu gewinnen. Spielen, streicheln, spielen und mit ihm rausgehen, kurz – Sie müssen sich so oft es geht mit dem Hundebaby beschäftigen, denn das hilft ihm, sein neues Zuhause und die dazugehörige Umgebung kennenzulernen.

So wird der Welpe stubenrein

Innerhalb der Wohnung sollten Sie den Zugang zu den Räumlichkeiten minimieren, sodass Ihr Liebling nicht unkontrolliert irgendwohin pieseln kann. Am besten ist das der Raum, indem Sie sich hauptsächlich aufhalten.

Von jetzt an spielt sich Ihr Leben alle zwei Stunden vor der Haustür ab. Bei Sonnenschein, bei Regen, bei Sturm, bei Schnee – Sie stehen mit der Fellnase draußen und zwar solange, bis das gewünschte Produkt den Welpen verlässt. Im Normalfall handelt es sich dabei um Pippi, denn das Häufchen kommt meist nach der Futtergabe.

Erst das Kommando – dann die Lobeshymne

Verwenden Sie für den Vorgang des „Pipi Machens“ von Beginn an immer das gleiche Kommando. Der Welpe lernt recht schnell, was Sie von ihm möchten, das bedeutet zusätzlich, dass Sie sich ein wenig zum Affen machen müssen, wenn sich die Fellnase tatsächlich absetzte, um zu pinkeln. Es ist egal, ob Ihre Zehen blau gefroren sind oder ob Ihnen Eiskristalle aus der Nase wachsen. Sie überschlagen sich vor Freude und nehmen den ratlosen Blick des Welpen in Kauf. Für ihn ist es die natürlichste Sache der Welt – und er wird sich über Ihre Lobhudelei wahlweise wundern – oder Sie ignorieren. Das macht nichts. Arbeiten Sie mit dem Kommando von Anfang an. Da Welpen nicht dumm sind, bringen sie das Kommando relativ schnell mit dem Vorgang des „Pipi Machens“ in Verbindung.

Mit Geduld wird jeder Welpe stubenrein.
Mit Geduld wird jeder Welpe stubenrein.

Der Welpe lernt, sich zu „melden“

Der Welpe sollte mit Einzug in das neue Zuhause an eine Box gewöhnt werden. Dies ist einerseits hilfreich, wenn Sie das Haus verlassen müssen und Ihren kleinen Liebling nicht mitnehmen können und andererseits ist es ein Segen für die Nächte. Hunde sind keine „Nestbeschmutzer“, der Welpe wird sich also bemerkbar machen, wenn er mal muss. Zudem ist die Box natürlich ein gutes Übungsmittel, um den Hund ans „alleine bleiben“ zu gewöhnen. Stellen Sie sich für die Nacht den Wecker, falls Sie in einen koma-ähnlichen Schlaf versinken, der Welpe sollte nicht stundenlang fiepsen. Solche Boxen gibt es für rund 50 Euro bei amazon. Trixie 39721 Vario Transportbox, Größe S, 61×43×46 cm

Sollten Sie über einen längeren Zeitraum das Haus verlassen, stellen Sie vorher sicher, dass jemand anderes mit dem Hund zwischendurch „Gassi“ geht. Solange er noch so klein ist, sollte er nicht länger als zwei Stunden allein sein und das auch nur, wenn er vorher ausgiebig gespielt hat und entsprechend müde ist.

Pippi in der Wohnung – und nun?

Ein „Unglück“ ist passiert, der Welpe hat sich auf Ihrem schönen Teppich entleert. Ja und? Sie dürfen ihn keinesfalls strafen, er würde nicht verstehen, wofür er gestraft wird – ein herber Vertrauensbruch! Wenn Sie ihn jedoch dabei erwischen, wie er gerade irgendeine Form von „Geschäft“ in der Wohnung verrichten möchte, schnappen Sie ihn sich sofort mit den Worten „pfui“ und sprinten mit ihm ins Freie. Flott.

Richten Sie sich bequem ein, denn Sie müssen hier nun solange verbleiben, bis er sich entleert hat und – kräftig loben. Schrubben Sie übrigens die Unglücks-Stelle immer sofort äußerst gründlich mit Essigwasser.

Es klappt nicht? Nicht verzagen!

Bei konsequenter Einhaltung all dieser Maßnahmen wird der Welpe recht schnell lernen, dass die gesamte Wohnung sein Nest ist und somit nicht „beschmutzt“ werden darf. Im weiteren verrate ich gerne einige Tipps, was zu tun ist, wenn all dies nicht klappt. Es soll ja Welpen geben, die machen draußen alles Mögliche, nur nicht ihre Geschäfte. Kaum in der Wohnung, zieht sich ein erleichterter Gesichtsausdruck über das Welpengesicht – und es strullt. Auf den Teppich. Das ist kein Grund zum Verzweifeln und erst recht keiner, das Tier zu strafen, der Welpe hat es einfach nur noch nicht begriffen.

Im ersten Teil des Artikels ging es um die „normalen“ Wege, einen Hund zur Stubenreinheit zu erziehen. Doch was tun, wenn dies alles nichts hilft? Wenn Sie stundenlang mit Ihrem Welpen im strömenden Regen stehen und Sie werden lediglich aus unglücklichen Hundeaugen angeschaut – und es kommt nichts aus den diversen Körperöffnungen?

Der Zeitplan der Stubenreinheit

Mir ist noch kein Hund untergekommen, der innerhalb weniger Tage verstand, dass die Verrichtung diverser Geschäfte ausschließlich draußen stattfinden sollte. In verschiedenen Ratgebern zur Hundeerziehung liest es sich gerne so: rechtzeitig mit dem Welpen raus und alles wird gut. Vielleicht habe ich mit dem vorangegangenen Worten zum Thema Stubenreinheit ebenfalls diesen Eindruck erweckt? Es klappt nämlich leider nicht immer so einfach.

Zurück zum Zeitplan: Es gibt Welpen, die relativ schnell verstehen, was Sie von ihnen möchten. Doch stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Ihr Welpe ist in einer wichtigen Mission unterwegs, sprich, er beschäftigt sich mit Ihren Schuhen, dem Spielzeug Ihrer Kinder oder, oder, oder…Plötzlich überfällt ihn ein Drang. Glauben Sie jetzt ernsthaft, er kommt zu Ihnen gerannt, damit Sie mit ihm in die laute, kalte und hektische Welt gehen? Nein, er verhält sich, wie sich ein Welpe verhält und verrichtet sein Geschäft wo er geht und steht. Er vergisst sich. Aus Welpensicht hat dies den Vorteil, dass er sofort mit seiner weltbewegenden Mission weitermachen kann.  Natürlich denkt er nicht tatsächlich darüber nach, nö….er lässt es einfach laufen.

Entweder Sie sehen oder riechen das Malheur. Putzsachen holen, saubermachen. Wortlos. Schimpfen Sie keinesfalls mit dem Welpen! Die Methode „Mit-der-Nase-rein“ zeugt von Dummheit, bringt nichts und wer mit dieser „Methode“ arbeitet, sollte keinen Hund haben. Basta.

Tipps, wenn alles nichts hilft

  • Gehen Sie mit Ihrem Welpen zu den immer gleichen Zeiten nach draußen. Auch am Wochenende. Das hat übrigens nichts mit spazieren gehen zu tun. Sie gehen zur gleichen Zeit auf die gleiche Wiese und warten, bis der Welpe sich löst. Aus eigener Erfahrung wissen Sie, wohin Ihr erster Gang nach dem Aufstehen führt. Also? Damit es morgens ratz-fatz geht, Klamotten neben das Bett, selbst das stille Örtchen aufsuchen und raus mit dem Hundekind.
  • Sie gehen sicherlich mehrmals am Tag mit dem Welpen raus, um mit ihm zu spielen. Entscheidet er sich dafür, sein Hinterteil abzusenken oder seinen Fuß zu heben, dann überschlagen Sie sich – im übertragenen Sinne. Loben Sie ihn, was das Zeug hält – auch wenn Sie komisch angeschaut werden. Hunde wollen uns Menschen gefallen, und wenn Ihr Welpe erst einmal versteht, dass es Ihnen gefällt, wenn er „Geschäfte“ macht, versteht er zwar nicht den Grund, aber es gefällt ihm.
  • Sie rennen seit Monaten alle zwei Stunden raus, dennoch ist Ihr Welpe der Meinung, das Hundeklo innerhalb Ihrer Wohnung eigne sich besser? Nicht verzweifeln, der kleine Vierbeiner macht dies nicht aus Gehässigkeit. Besorgen Sie sich im Tierbedarfshandel Welpen-Pads. Dabei handelt es sich um Vlies-Auflagen mit einer enormen Saugkraft und Geruchs-Dezimierung.
  •  Dieses Pad legen Sie nun an exakt die Stelle, die Ihrem Welpen so gut gefällt. Mit allem anderen verfahren Sie wie bisher. Nach dem Spielen, Schlafen und Fressen rausgehen – immer zur gleichen Zeit, immer das gleiche Kommando und so weiter und so fort…
  • Das Hundekind hat sich auf dem Pad entleert? Gut, dann ziehen Sie das nächste, saubere Pad einfach ein paar Zentimeter in Richtung Wohnungstür oder Terrassentür – dorthin, wo Sie mit dem Hund zum Gassi-gehen eben rausgehen.
  • Lassen Sie sich für diesen Vorgang Zeit! Wenn Sie zu schnell vorgehen, bevorzugt der Welpe wieder den alten Platz und Sie können von vorne anfangen. Irgendwann dürften Sie an der Wohnungs- oder Terrassentür angekommen sein und Ihr Welpe ist schon ganz stolz, weil er verstand, dass er auf dieses Vliesding machen soll. Und jetzt? Nehmen Sie das Pad einfach weg. Im Resultat rennt jetzt ein aufgeregtes Hundekind umher, welches sein Klo sucht. Sie wiederum rennen völlig unaufgeregt mit dem Welpen nach draußen an den vorgesehenen „Geschäfte-Platz“. Da das Hundekind das Klo suchte, wird er recht schnell sein dringendes Bedürfnis verrichten und Sie loben, loben, loben.

Grundsätzliches zum Thema „Der Welpe und die Stubenreinheit“

Es ist niemals die Schuld eines Hundes, wenn er in Ihre Wohnung macht. Sie haben vielleicht nicht genug auf ihn geachtet oder Sie haben nicht rechtzeitig zur Uhr geschaut. Natürlich hört sich die Theorie immer so leicht an, aber in der Realität geht das oft nicht. Ein wichtiges Telefonat kann nicht kurz unterbrochen werden, nur weil die Uhr die „Gassi-Zeit“ anzeigt.

Mit dem Rat, immer zur gleichen Zeit ist eine grobe Richtlinie gemeint. Wenn Sie früh um 7 Uhr aus den Federn hüpfen, selbst die Toilette aufsuchen und dann sofort mit dem Welpen unterm Arm nach draußen rennen, dann ist der nächste „Termin“ etwa um 9 Uhr. Die Betonung liegt auf „etwa“. Es kommt auf zehn Minuten hin oder her nicht an. Wenn alle Stricke reißen, dann versuchen Sie die Sache mit dem Pad. Die dauert zwar am Längsten, doch für ängstliche Hunde, die sich vielleicht sogar noch mit dem Lernen etwas schwertun, ist das eine prima Sache! Viel Erfolg!

 

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2 Kommentare zu So wird der Welpe stubenrein

    • Hallo Perla,

      Danke für Deinen Kommentar. Ja, meistens ist es recht einfach, aber es gibt eben auch immer wieder die Ausnahmen. Aber ich denke, wer richtig dran bleibt, hat das meist auch relativ schnell im Griff.

      LG
      Carola

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