Hundewelpen erziehen – 10 Schritte

Hundewelpen erziehen – eine fordernde und zugleich erfüllende Aufgabe. Welpen lassen einem die Herzchen aus den Augen steigen, sie können zu Schnappatmung führen, doch die Erziehung eines Welpen ist immer eine Herausforderung. Wer noch nie einen Welpen hatte, unterschätzt gerne mal die Aufgabe “Hundewelpen erziehen“. In diesem Beitrag schauen wir an den großen Welpenaugen vorbei auf das Ziel, nämlich einen vernünftig erzogenen Hund an seiner Seite zu haben. Hundewelpen durchlaufen verschiedene Entwicklungsphasen und am Ende soll aus dem tollpatschigen Hundebaby ein glücklicher, gesunder und ausgeglichener Hund werden.

Natürlich lässt sich die ganze Thematik rund um die Welpenerziehung nicht in einen einzigen Artikel packen. Deswegen raten wir jedem frischgebackenen Welpenbesitzer, sich entweder Hilfe von einem erfahrenen Hundekenner zu holen oder sich intensiv mit einem soliden Buch über die Welpenerziehung zu beschäftigen. Beide Varianten können dir unglaublich viel helfen – und wenn du noch nie einen Welpen hattest, kannst du diese Hilfe gut gebrauchen.

Hundewelpe
Hundewelpe erziehen

Hundewelpen erziehen – Grundsätze

Vermutlich kann es jeder Hundehalter bestätigen: Beim ersten Welpen wird vieles falsch gemacht. Das war bei uns nicht anders. Auch wir haben viele Fehler bei der “Erziehung” gemacht. Wir gingen davon aus, unseren Welpen zu erziehen. Heute wissen wir um unsere Fehler. Doch Fehler sind immer dazu da, daraus zu lernen und so konnten wir beim zweiten Hund schon deutlich mehr “richtig” machen.


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Wobei ich eines sagen möchte: Hundewelpen erziehen funktioniert nicht nach Schema F. Hunde sind individuelle Wesen. Klappt Erziehungsmaßnahme X beim Hund “Bello” ganz ausgezeichnet, heißt das noch lange nicht, das die gleiche Strategie auch beim Hund “Max” zum gewünschten Ergebnis führt. Doch der Reihe nach.

1. Geduld

Wappne dich zuerst mit einem: Geduld. Danach folgt Geduld. Und an dritter Stelle benötigst du ganz viel Geduld. Hast du? Du benötigst diese Geduld durch die gesamten Entwicklungsstufen deines jungen Hundes. Es kann sein, dass du im strömenden Regen mit hängenden Schultern auf der Wiese stehst und wartest. Du wartest ganz geduldig darauf, dass der oder die Kleine Pippi oder Häufchen macht. Egal, wie widrig das Wetter ist. Du benötigst Geduld, weil du auf den Welpen aufpassen musst, damit er weder sich noch andere in Schwierigkeiten bringt.

Es erfordert Geduld, ihn die Welt erkunden zu lassen. Deine Geduld wird strapaziert, wenn du ihm das “alleine bleiben” lehrst – und das solltest unbedingt tun. Hunde, die nie lernen durften, dass es nicht schlimm ist, über einen gewissen Zeitraum auch mal alleine zu sein, leiden meistens. Sie jaulen, bellen oder zerstören auch mal was. Halte dir immer vor Augen, dass die welpentypischen Verhaltensmuster nach rund einem Jahr beendet sind. In diesem Jahr kann dein kleiner Freund durchaus lernen, alleine zu bleiben, stubenrein zu werden und auf einige Kommandos zu hören.

2. Die Vorbereitungen auf die Ankunft des Welpen

Ein neues Leben soll einziehen! Das erfordert einiges an Vorbereitungen. Du benötigst Zeit, um der kleinen Fellnase bei der Eingewöhnung zu helfen. Die Zeit ist auch ein entscheidender Faktor, wenn es um die Stubenreinheit geht. In der ersten Zeit kannst du davon ausgehen, mit dem kleinen Fellbündel häufig raus zu müssen.

Es ist nahezu unmöglich, einen energischen, neugierigen Welpen ständig zu beaufsichtigen. Deshalb ist es wichtig, das Zuhause vorzubereiten, bevor er Einzug hält. Sichere sämtliche elektrischen Kabel, bringe Kindersicherungen an den Steckdosen im unteren Wohnbereich an. Potenziell giftige Pflanzen oder Substanzen wie Reinigungsmittel und Insektizide müssen außer Reichweite erbracht werden. Entferne alles, was der kleine Hund zerkauen oder gar verschlucken könnte, also ganz besonders natürlich irgendwelche Kleinteile, die lose rumliegen.

3. Sein Plätzchen

Hundewelpen erziehen – der erste Schritt besteht darin, ihm ein Plätzchen zuzuweisen. Das kann ein kleiner abgetrennter Bereich im Zimmer sein, das kann aber auch eine große Hundebox sein. In jedem Fall sollte der Platz einige wesentliche Merkmale aufweisen:

  • genug Platz für die Decke oder das Körbchen
  • ausreichend Platz für einen Trinknapf
  • hinreichend Platz für eine saugfähige Unterlage
  • nicht genug Platz zum Rumtoben

Lasse den Welpen diesen Platz selbst erkunden. Im Idealfall betritt er dieses Reich von alleine, gerne auch mit Hilfe von Leckerlis. Dieser Platz ist ein wesentlicher Baustein beim Thema “Welpen erziehen”. Denn das ist seine “Basis”, hier lernt er, alleine zu bleiben, hier verbringt er die Nacht. Hierhin wird er sich alsbald zurückziehen, wenn ihm etwas zu viel wird.

4. Die Welpen-Ernährung

Welpen haben einen anderen Nährstoff- und Energiebedarf als ausgewachsene Hunde. Achte auf ein hochwertiges Welpenfutter, das speziell zur Unterstützung der Entwicklung und des Wachstums von Welpen entwickelt wurde. Die richtige Futtermenge hängt von Faktoren wie Alter, Größe und Rasse ab.

Hunde kleiner Rassen erreichen schneller die körperliche Reife als größere Rassen und können im Alter von neun bis zwölf Monaten auf Futter und Portionen in Erwachsenengröße umgestellt werden.

Größere Rassen können bis zur körperlichen Reife volle zwei Jahre benötigen und sollten während dieser Zeit bei der Welpennahrung bleiben. Sie sollten auch mehrere Mahlzeiten pro Tag mit kontrollierten Portionen erhalten, um Komplikationen wie Magenblähungen und die Ansammlung von überschüssigem Protein oder Kalzium zu vermeiden, die zu Erkrankungen wie Hüftdysplasie führen könnten. Ein strukturierter Fütterungsplan für Ihre Welpen größerer Rassen könnte etwa so aussehen:

  • Sechs bis zwölf Wochen alt: Vier Mahlzeiten pro Tag
  • Drei bis sechs Monate alt: Drei Mahlzeiten pro Tag
  • Sechs Monate und mehr: Zwei Mahlzeiten pro Tag

5. Konsequenz für dich – und die Fellnase

Hundwelpen erziehen beginnt im Grunde ab dem ersten Moment. Hunde vermeiden instinktiv die Verunreinigung ihrer Schlaf- und Ruheumgebung. Deswegen ist oben angesprochenes Plätzchen so immens wichtig. Hier lernt der kleine Hund nämlich, sich zu melden, wenn er mal muss. Welpen müssen deutlich öfter nach draußen als erwachsene Hunde, deswegen solltest du dich hier echt nach der Uhrzeit richten. Zudem muss das kleine Fellknäuel nach dem Fressen und vor allem nach dem Schlafen. Macht er draußen brav seine Geschäfte, lobe ihn ausführlich.

Passiert es doch und er macht in die Wohnung, schimpfe keinesfalls mit ihm, sondern suche den Fehler bei dir, denn dann bist du einfach zu spät mit ihm rausgegangen. Zeigt er ansonsten ein unerwünschtes Verhalten, kommuniziere klar und konkret mit einem “Nein” oder sonst einem Ausdruck. Bleibe hier unbedingt konsequent, wenn er nicht auf das Sofa darf, dann auch nicht ausnahmsweise. Nein heißt nein.

Anschreien verwirrt und verunsichert einen Welpen, das bringt gar nichts. Mit einer ruhigen und bestimmten Art kapiert er deutlich schneller, was von ihm gefordert wird. Ein ängstlicher Welpe wird erst recht aus dem Konzept geraten, deswegen bringt das überhaupt nichts.

6. Positives Verhalten bestärken

Wie schon mal erwähnt, funktioniert die Erziehung eines Welpen nur mit hinreichend Geduld. Die Verhaltensregeln stehen und nun muss sie der kleine Freund nur noch beherzigen. Eigentlich ist es völlig simpel:

  • Falsches Verhalten wird ignoriert oder mit einem entschiedenen “Nein” verhindert.
  • Richtiges Verhalten wird überschwänglich gelobt.
  • Im Idealfall gelingt es dir, negatives Verhalten auf Positives “umzulenken”.

7. Viele Reize schaffen – sei kreativ

Unabhängig von der Körpergröße des Hundes solltest du deinem vierbeinigen Freund möglichst viel an Reizen anbieten. Er sollte Autos kennen genau wie das Autofahren selbst. Er sollte wissen, dass es außer ihm selbst noch andere Hunde gibt, genau wie andere Menschen. Achte aber auch auf seine Bedürfnisse, nicht jeder Welpe möchte unbedingt von jedem “betatscht” werden! Der Kontakt mit anderen Welpen ist hingegen fast ein Muss. Deswegen, auch wenn du mal nicht mit der Fellnase in die Hundeschule möchtest (was ich absolut verstehen kann), sollte er doch wenigstens einige Zeit in die Welpenschule. Denn nur dort kann er lernen, dass es viele seiner Art gibt – und dort wird gespielt, getobt und somit viel gelernt.

Je mehr Situationen ihm im Welpenalter zeigen, dass nichts Schlimmes passiert, umso gelassener wird er später als erwachsener Hund außergewöhnlichen Situationen begegnen. Spiele mit ihm, fordere seine Intelligenz, lasse ihn einfach die Welt erkunden, mit all seinen Sinnen.

Bodenarbeit - nicht immer nur Wald & Wiese
Bodenarbeit – nicht immer nur Wald & Wiese

8. Hundewelpen erziehen – die Gesundheit

Einer der ersten Wege sollte dich zum Tierarzt führen. Erstens gibt es hier dann den Impfplan und zweitens lernt das kleine Fellbündel, sich von einem “Fremden” in die Ohren und Schnute schauen zu lassen. Übe das zuhause, denn ein Hund, der sich gegen tierärztliche Untersuchungen wehrt, bringt sich später selbst in Schwierigkeiten.

Der Tierarzt wird sicher den Welpen auf Parasiten untersuchen, sein Herz abhören, seine Zähnchen begutachten und vielleicht auch Fieber messen. Er wird sich die bereits erhaltenen Impfungen im Impfbuch anschauen und wird dir sagen, wann welche Impfung notwendig ist. Das Gleiche gilt für die Entwurmung, obwohl es hier unterschiedliche Ansichten gibt.

Wir persönlich halten es so, dass wir regelmäßig Kot zum Tierarzt bringen und solange keine Würmer nachgewiesen sind, gibt es unserer Meinung nach auch nichts zu entwurmen.

Du hast Fragen zum Futter oder zur Fütterung allgemein? Dann kläre die offenen Punkte lieber mit dem Tierarzt deines Vertrauens als mit den “sozialen Netzwerken”. Denn jeder Hundehalter handhabt das anders und was für den einen Hund das Nonplusultra ist, muss es für deinen noch lange nicht sein. Auch bezüglich des Zähneputzens und der Krallenpflege wird dich der Tiermediziner sicher mit praktischen Tipps hinreichend beraten und unterstützen können.

9. Auslastung – nicht nur Spazierengehen

Hundwelpen erziehen heißt, sich mit dem kleinen Fellbündel zu beschäftigen. Spielen, Toben und Tauziehen gehören genauso dazu wie Verstecken und Ball spielen. Das dient zweierlei:

  • Der Welpe ist ausgelastet und zufrieden.
  • Die Bindung zwischen euch beiden bildet und stärkt sich.

Aber denk dran: Zu viel Bewegung schadet nur! Wie oft ist in den sozialen Medien zu lesen, dass die Leute mit ihren Hunden am Morgen zwei Stunden laufen gehen, dann am Mittag drei Stunden, am Abend nochmal zweieinhalb Stunden – der arme Hund! Ach, ich kann es mir nicht verkneifen: genau die, die solche Posts absetzen, putzen dann auch noch täglich viermal die Bude und gehen arbeiten, wobei die sieben Kinder natürlich perfekt versorgt sind 😀

Zurück zum Thema: Ein Welpe (und auch ein erwachsener Hund) braucht genug Schlaf. Sofern du keinen Husky oder Ähnliches dein eigen nennst, muss die Fellnase nicht täglich über Stunden laufen, das ist ein absoluter Mythos, der sich leider hartnäckig hält…

10. Pflege gehört auch dazu

Auch kurzhaarige Rassen benötigen Pflege. Das Zähneputzen und Krallenschneiden wurde ja bereits angesprochen. Doch jeder Hund sollte es sich gefallen lassen, dass sein Fell gebürstet wird, dass man seine Ballen genau begutachten darf und dass ihm regelmäßig Augen und Ohren gereinigt werden. Somit gehört zum Hundewelpen erziehen dazu, dass er still sitzen bleibt und sich das alles gefallen lässt. Auch eine Dusche sollte er kennenlernen, denn sicher kommt kein Hundehalter drumherum, den Hund wenigstens ab und an baden zu müssen.

Pflege gehört zur Welpenerziehung dazu
Pflege gehört zur Welpenerziehung dazu

Fazit

Die Aufzucht eines Welpen ist keine leichte Aufgabe, aber es ist ein Abenteuer, das voller Belohnungen steckt. Du wirst spüren, wie sich eine tiefe Bindung zu dem Hund entwickelt, die das ganze Leben halten wird. Mit viel Geduld und ein wenig Mühe wird aus deinem ungestümen Welpen ein lebenslustiger Gentleman beziehungsweise eine taffe Lady, bei dem / der sich die ganze investierte Geduld tagtäglich auszahlt.

 

Über Martina Pfannschmidt 179 Artikel
Martina gehört zur Spezies “wissenschaftsorientiert” und weiß einiges über die sogenannte “Phytotherapie”, also die Pflanzenheilkunde – die im Übrigen nix mit der Homöopathie zu tun hat. Die meisten Texte bezüglich Gesundheit, Krankheiten, Heilpflanzen und Naturstoffe stammen aus ihrer Feder. Alle Texte werden zudem regelmäßig durch eine Tierärztin geprüft.

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