Freundschaft unter Hunden

Gibt es die? Eindeutig ja! Wer je in seinem Leben einen Hund hatte oder noch immer hat, weiß, dass es sogar ganz dicke Freundschaften unter unseren Vierbeinern gibt.
Freundschaft unter Hunden sind keine Seltenheit und auch uns bereichern sie, wenn wir sehen, wie sich unser Hund freut, wenn er auf seinen besten Kumpel trifft und sie gemeinsam toben und die Welt um sich herum erkunden. Auch wer mehr als einen Hund hat, weiß um die große Liebe, mit der sie sich täglich begegnen.
Ich will euch heute mal erzählen, wie es überhaupt dazu kam, dass wir drei Hunde haben und welche Hunde ich vor unseren drei Schnüffelnasen hatte sowie von meinen Erfahrungen mit deren Freundschaften.

Der tollste Hund der Welt

Auf den Hund gekommen

Ich hatte schon viele Hunde in meinem Leben, aber ich will heute nur mal über die schreiben, die mir als “besondere Geschenke” in Erinnerung bleiben. Das heißt nicht, dass ich die anderen weniger geliebt habe, aber es gibt ja immer diese “Besonderen”, die man nur einmal im Leben hat.
So ging es mir mit meinem Dobermann-Mädchen Joyce. Ich hatte über einen Zeitraum von etwa vier Jahren keinen Hund, meine Zeit ließ es nicht zu, für einen Hund wäre einfach keine Zeit geblieben. So entschied ich mich, nach dem Tod meiner Hündin Sheela, erst einmal keinen Hund mehr zu haben. Ich hatte zwei Katzen (die sind weniger Zeitintensiv), denn ganz ohne Tiere geht auch nicht.
Anfang 1997 wußte ich, dass ich ab der Mitte des Jahres wieder über mehr Zeit verfügen würde und natürlich war mein erster Gedanke: “Ich möchte wieder einen Hund haben”.
So zog im Mai 1997 ein kleines Bündel Dobermann bei mir ein. Sie war mehrere Wochen namenlos, da mir einfach kein passender Name für sie einfallen wollte. Solange war sie meine Maus, mein Schatz, mein Liebling, meine Süße. Dann endlich hieß sie Joyce.
Ich habe einen sehr guten Freund, der sich zur selben Zeit einen kleinen Pittbull-Mischling zulegte, Snoopi. So schnell konnten wir gar nicht schauen, da waren Joyce und Snoopi dicke Freunde. Täglich gingen wir mit ihnen gemeinsam spazieren und egal was einer von beiden machte, der andere klinkte sich sofort ein. Sie schleppten riesige Knüppel gemeinsam durch den Wald oder jagten zusammen einen Lichtstrahl. Die Freude, wenn sie am nächsten Tag wieder aufeinandertrafen war einfach schön anzusehen. Sie waren unzertrennlich und doch mussten sie sich eines Tages trennen. Marco, so heißt mein Freund, zog mit seiner Familie etwa 70 km weg von uns. Joyce litt sehr unter der Trennung und die ersten Wochen war sie untröstlich, Snoopi ging es genauso. Klar trafen wir uns ab und an, aber natürlich nicht mehr täglich. Diese Treffen waren für Joyce und Snoopi die absoluten Highlights, ihre Freundschaft war trotz dieser Entfernung ungebrochen, genau wie bei und Menschen.

Hier war seine Welt noch in Ordnung
Tyson war ein sehr selbstbewusster kleiner Hund

Freundschaft unter Hunden

Als Joyce drei Jahre alt war beschlossen wir ihr einen eigenen Kumpel zu besorgen. Die Wahl traf auf einen Jack-Russel-Terrier und wir tauften ihn Tyson. Vom ersten Tag an waren Joyce und Tyson Freunde, wobei Tyson Joyce wohl eher als seinen Besitz wahrnahm, denn er benutzte sie als Kissen, als Wärmflasche oder als “pass auf, sonst hol ich meine große Freundin”, wenn er bei anderen Hunden Streit suchte. Sieben Jahre lang waren sie ein Herz und seine Seele, nichts ging mehr ohne den anderen. Dann verstarb Joyce im Alter von zehn Jahren an den Folgen eines Unfalls (sie stolperte, als sie ihrem Ball hinterher lief und rutschte kopfüber einen Hang hinunter, sie brach sich das Genick). Ich lasse unseren Schmerz mal außen vor, sonst gibt das hier ein Buch mit unzähligen Seiten und gehe zu Tyson über. Tyson war ein Frechdachs, ein Rüpel, ein Dieb, ein Kasper und ein Charmeur. Nach dem Tod von Joyce war er nur noch ein kleines Bündel Hund, ohne Freude am Leben. Für nichts mehr war er zu haben, er stahl nicht mal mehr Essen vom Tisch, er wurde richtig depressiv.

 

kurz nach meiner Ankunft
Kurz nach Neles Ankunf

Nele

So beschlossen wir ihm wieder eine Freundin zu geben. Dieses mal sahen wir uns (zum ersten mal) auf den Seiten ausländischer Tierschutzvereine um. So stießen wir auf Nele, ihre Geschichte ging uns ins Herz und so traf unsere Wahl auf sie.
Nele kam also ins Haus und Tyson……. tja, Tyson mochte sie überhaupt nicht. Nee, ganz im Gegenteil, er biss sie sogar von seinem Körbchen weg. Er wollte nichts aber auch gar nichts mit ihr zu tun haben. So habe wir das kleine Nelchen erst einmal unter unsere Fittiche genommen. Nach etwa 2 Wochen kamen dann die ersten zaghaften Schnupperversuche seinerseits, aber erstmal nur aus der Entfernung. Nach drei Wochen kam er dann schon mal in ihre Nähe und das Schnüffeln wurde auch etwas intensiver. Nach etwa fünf Wochen lagen sie dann zusammen im Körbchen als wäre es nie anders gewesen, wieder eine neue Freundschaft unter Hunden. Es hat ein bisschen gedauert aber dann waren sie dicke Freunde und für die nächsten drei Jahre waren auch sie unzertrennlich. Tyson verstarb ebenfalls im Alter von zehn Jahren fast am gleichen Tag wie auch seine beste Freundin Joyce. Er war einfach über Nacht eingeschlafen, so fand ich ihn am Morgen.

Amy mit ihrer besten Freundin "Sieben
Amy mit ihrer besten Freundin “Sieben”

Amy

Nun war es Nele, die es nicht fassen konnte, dass ihr Freund plötzlich nicht mehr da war. Auch Nele wurde immer trauriger und hatte überhaupt keine Freude mehr an was auch immer.
Uns blieb nichts anderes übrig als wieder nach einem Zweithund zu schauen. Auch dieses mal schauten wir wieder auf den Seiten der ausländischen Tierschutzvereine nach und so fanden wir Amy, die sonst niemand wollte. Das ging gar nicht und wir beschlossen, dass wir sie eben wollen. Wir hofften auf eine neue Freundschaft unter Hunden, diesmal zwischen Nele und Amy.
Doch da hatten wir die Rechnung ohne Nele gemacht, denn auch Nele (genau wie Tyson) wollte nichts mit der “Neuen” zu tun haben. Allerdings wollte auch Amy nichts mit Nele zu tun haben, das war auch für uns etwas Neues. Amy liebte vom ersten Tag an unsere Katzen Schrubber und Sieben, da war eine völlig andere Art von Freundschaft unter Hunden?…..nee, unter Tieren entstanden. Auch von uns wollte die Prima Donna nix wissen, ihre Liebe galt ausschließlich unseren Katzen. Hmmmm…, was tun? Wir überlegten ernsthaft ob wir sie umtauschen sollten, brachten das aber nicht übers Herz. Eine Freundschaft unter Hunden kann in der Entwicklung auch sehr sehr lange dauern, wie wir heute wissen, denn Amy und Nele sind inzwischen dicke Freunde, es dauerte nur etwas länger, ungefähr zwei Jahre.

Sasha

Amy war ein Irrwisch, ein Temperamentsbolzen, ein Tausendsassa und für unser Nelchen, die bekanntlich das Temperament einer Schlaftablette hat und zudem ein Bewegungslegastheniker ist, war das bunte Treiben der Jüngeren einfach zu viel.
Wir überlegten nicht lange und beschlossen, ein dritter Hund muss her, quasi ein Spielkumpel für Amy.

Da war Sasha noch ganz “neu”

Wieder wurden die Tierschutzseiten befragt, denn das Hündchen muss sowohl zu uns als auch zu den zwei anderen passen. Sasha war schnell gefunden, wir fanden sie passt zu uns und unseren zwei Mäusen und schon bald zog sie zu uns. Das alte Spiel begann aufs Neue, weder Nele noch Amy wollten etwas mit ihr zu tun haben, aber wir wussten etwas was sie nicht wussten, auch hier würde wieder eine Freundschaft unter Hunden entstehen. Und wir behielten Recht, denn unsere drei Mäuse lieben sich und halten zusammen wie Pech und Schwefel. Und Amy kann sich mit Sashi-Spatz nach Herzenslust austoben, denn die is immer für Blödsinn zu haben und wartet nur auf eine Aufforderung unserer Principessa.

So leben wir nun glücklich und zufrieden zu fünft unter einem Dach und sicher werden diese Freundschaften unter Hunden nicht die Letzten sein, die wir eingefädelt haben.

 

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