Von Hund und Katz’

Katzen und Hunde

Hunde und Katzen in einem Raum? Einst tummelten sich in unserem Haushalt neben unseren Hunden zwei Katzen. Und obwohl die Körpersprache von Hunden und Katzen nicht miteinander harmoniert, verstanden sie sich großartig. Amy war ganz vernarrt in unsere dreibeinige Katze Sieben, hat mit ihr gespielt und gekuschelt. Und Nele kümmerte sich liebevoll um den blinden Schrubber und um die Aufzucht zweier Katzenbabys.

Hund und Katz
Beste Freunde – warum nicht?

Nele verteidigte die Kleinen mit allen ihr zu Verfügung stehenden Mitteln. Das galt ganz besonders gegenüber Tyson, unserem Jack-Russell-Rüpel. Die Kleinen wurden von Nele in die andere Ecke des Körbchens geschoben, so dass sie wie eine selbsternannte Furien-Katzenmutter eifersüchtig zwischen Tyson und den Babys thronte.

Ich weiß nicht ob was dran ist, aber ich glaube, dass sowohl unsere Katzen als auch die Hunde Verhaltensweisen voneinander übernommen haben. Sie waren auf jeden Fall alle beste Freunde. Auch im Falle des blinden Katers  “Schrubber”, der eine Zeitlang bei uns lebte, zeigte sich die tiefe Verbundenheit von Nele zu Katzen. Sie war immer zur Stelle, wenn er sich nicht orientieren konnte. Sie schob ihn auch schon mal mit Nachdruck zum Schlafen ins Körbchen, wenn ihr nach Kuscheln war.

Dennoch gibt es untrügliche Missverständnisse zwischen Hunden und Katzen, die aus wenigen Körpersprachen der jeweiligen Art resultieren. Sie können sich nur dann zu besten Freunden entwickeln, wenn sie gelernt haben, die Sprache des anderen zu verstehen.

Das ewige Missverständnis

  • Hund wedelt mit dem Schwanz – er ist freudig aufgeregt
  • Katze wedelt mit dem Schwanz – gleich knallt es
  • Hund knurrt – Vorsicht, Warnung
  • Katze schnurrt – Wohlige, friedliche Stimmung

Das sind jetzt nur zwei Beispiele für die entstehenden Missverständnisse zwischen Hunde und Katzen. Doch wie bereits angemerkt, beide Arten sind in der Lage, voneinander zu lernen und die körpersprachlichen Zeichen richtig zu deuten.

Amy mit ihrer besten Freundin "Sieben
Amy mit ihrer besten Freundin “Sieben”

Katze vs. Hund

Der Spruch mag abgegriffen sein, Gültigkeit hat er allemal: Hunde haben Herrchen und Frauchen, Katzen haben Personal. Wenn eine Katze etwas will oder nicht will, zeigt sie das an. Beides. Mit Nachdruck. Auch wenn sie sich nicht entschließen kann, hat man gefälligst nach ihrer Pfeife zu tanzen. Katze will raus? Mensch macht Tür auf. Katze ist draußen – brr, bitterkalt, Katze möchte rein. Ein lautes Miauen, Mensch öffnet und lässt die anklagend blickende Katze wieder rein. Je nach Katze kann sich dieses Spiel rege wiederholen. Der Mensch kassiert vernichtende Blicke. Er ist in den Augen einer Katze halbwegs unfähig, während wir für die meisten Hunde Götter sind.

Nele und der blinde Schrubber
Nele und der blinde Schrubber

Niemals würde es einer Katze einfallen, Befehle auf der Stelle mit geballter Begeisterung auszuführen. Niemals würde sie einem Menschen zeigen, welche Treue und Loyalität in ihr steckt. Hunde zeigen das ganz offen. Katzen sind raffinierte Denker, Hunde in ihren Augen vermutlich irgendwelche unterprivilegierten Wesen, die sich tollpatschig durch die Lande bewegen.

Hunde sind Jäger, Katzen lauern. Ein Hund, der vor einem Mauseloch auf Beute wartet? Sein gieriger Schlabber beim aufgeregten Hecheln würde jede Maus im Umkreis von 10 Kilometer warnen. Der arme Hund würde schlicht vor dem Mauseloch verhungern. Die Katze hat Geduld, bis die Beute ihr vor die Nase läuft. Sie ist eine geschickte Taktiererin.

Tyson wird verdroschen

An einem Sonntag war ich mit Tyson früh unterwegs. Tyson lief ohne Leine und schnupperte hier und da im Gebüsch. Er verschwand in einem solchen. Und schrie plötzlich auf, als wäre der Sensemann persönlich an ihm dran. War er auch. In Form einer Katze. Sie verprügelte meinen armen Hund regelrecht. Sie trieb ihn prügelnd aus dem Gebüsch raus, der Ärmste war mit Schrammen übersät. Nach einem prüfenden Blick auf seine Augen und die empfindliche Nase – alles in Ordnung – schaute ich nach der Katze. Sie saß vor “ihrem” Gebüsch und putzte sich zufrieden. Ich schwöre, sie sah dabei vollkommen glücklich aus. Diese Geschichte fiel mir kürzlich ein und bot mir den Anlass für diesen Beitrag im Hundeblog.

Tyson, er war immer da, wo was los war
Tyson – ein kleiner, mutiger Held.

Wer einmal eine Katze traf…

Zugegeben, die meisten Begegnungen zwischen Hunden und Katzen finden so statt, dass weder ihr noch euer Hund die Katze überhaupt seht. Die meisten Katzen gehen Hunden aus dem Weg und das ist auch gut so. Erstens gibt es durchaus Hunde, die sich nicht scheuen, einer Katze gewaltsam beizukommen und andererseits kann eine Katze einen Hund übel zurichten. Beides muss nicht sein. Während die Katze das weiß und sich huldvoll zurückzieht, stemmen sich oft vier begeisterte Hundepfoten in den Boden, um die Katze entweder zu jagen oder sie zumindest näher in Augenschein nehmen zu können. So sind Katzen, so sind Hunde.

Nele sorgte für die Katzenbabys wie für ihre eigenen Jungen.
Nele sorgte für die Katzenbabys wie für ihre eigenen Jungen.

Wie lässt sich die Laune einer Katze bestimmen?

Katzen sprechen meiner Meinung nach eine deutliche Sprache. Meistens. Manchmal. Gelegentlich. Selten. Oder so ähnlich. Da streichelt man dem Kätzchen über das liebe Köpfchen – und peng, plötzlich finden sich mehrere Krallen in der zarten Hand wieder. Das sind Katzen und genau wegen ihrer Eigenheiten finde ich Katzen einfach nur fantastisch. Ich persönlich werde aber keine Katze mehr haben – erstens hat Frauchen Carola eine Katzenhaar-Allergie und zweitens bin ich nie über das Verschwinden einer ganz besonderen Katze hinweggekommen. Aber das ist eine andere Geschichte.

In der Regel kann am Schwanz einer Katze schon in etwa abgelesen werden, nach was dem Kätzchen der Sinn steht. Randale? Streit? Spielen? Schmusen? Ich füge mal eine Grafik ein, die verdeutlicht sehr schön, was die Körperhaltung einer Katze betrifft.

Quelle: www.kratzbaum-kaufen.info
Quelle: www.kratzbaum-kaufen.info

Kommt euch also eine Katze mit einem wild hin und her peitschenden Schwanz entgegen, dessen Schwanzspitze nach unten zeigt, ist Vorsicht angesagt. Das gilt ebenso für einen senkrecht nach oben ragenden Katzenschwanz, der womöglich noch aufgeplustert ist. Dann heißt es, der zornigen Katze auszuweichen! Und bei einem Besuch bei Katzenfreunden kann man sich durchaus darauf verlassen, dass ein S-förmiger Schwanz, der locker nach unten hängt, Zutrauen und vorerst mal Wohlgefallen symbolisiert.

Doch die Launen einer Katze ändern sich schneller, als man “Miau” sagen kann. Deswegen ist immer eine gesunde Portion Vorsicht angebracht, wenn ihr mit eurem Liebling Gassi geht und eine Katze den Weg quert. Die Katzen, die beim Anblick eines Hundes nicht von sich aus das Weite suchen, dürften entweder absolut hundeerfahren, in einer emotionalen Ausnahmesituation oder mit einem enormen Selbstbewusstsein ausgestattet sein. Und wie heißt es so schön? Der Klügere gibt nach. Weitere spannende Infos gibt es übrigens auf einer Katzenseite, zu der ihr hier gelangt.

Tyson hat übrigens nichts aus der Lektion mit der Katze gelernt. Im Gegenteil. Kamen wir auch nur in die Nähe des einstigen “Tatorts”, bekam er vor Freude und Aufregung fast immer Schnappatmung. Doch die Katze haben wir nicht mehr gesehen. Warum auch? Sie hatte die Grenzen ja eindeutig festgesteckt, nur mein Hund war zu dusselig, diese zu begreifen. Aber auf die Idee, dass der Hund es nicht mal kapierte, dass er sich in verbotene Gefilde wagte und deswegen eine Abreibung bekam, dass kam noch nicht mal der klugen Katze in den Sinn.

2 Kommentare zu Von Hund und Katz’

  1. Wir haben auch 2 Hunde und 1 Katze die sich mittlerweile sehr harmonisch verhalten. Es dauert seine Eingewöhnungszeit bis jeder das Revier abgesteckt hatte und die Rangordnung geklärt war. Was in der Anfangs / Übergangszeit bei uns war: Drinnen verstanden Sie sich richtig prima und kaum waren wir draußen im Hof wollten Sie der Katze hinterher rennen. Mittlerweile freuen sich die Hunde auch draußen die Katze zu sehen und ab zu schnüffeln.

    • Hallo Victor,

      genau – die Rangordnung muss geklärt sein, dann passt es auch. Im Freien verhalten sich eh Hunde und Katzen meist anders. War bei uns auch so. Drinnen best Friends, draußen: jagen.

      LG

      Martina

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