Nele. Ein Traumhund. Fast.

nele - ein Traumhund
Sanft, ruhig, Nele.

Nele lebt seit vielen Sonnenaufgängen bei uns. Sie ist ein ruhiger Hund. Ein sehr ruhiger Hund. Ein ganz ruhiger Hund. Das Wichtigste in ihrem Leben? Hmm, ich weiß jetzt nicht, ob es das Fressen oder Schlafen ist.

Während die anderen beiden aufgeregt rumhaspeln, wenn man mit ihnen tobt, gähnt Nele erst mal herzhaft, bevor sie sich vielleicht, unter Umständen doch auch aufrafft. Und ganz gelegentlich – also ganz selten – also fast nie – bekommt sie beim Spaziergang sogar einen Temperamentsausbruch. Mit allem Drum und Dran. Rute nach unten und ab geht sie, die Nele-Rakete. Dann schießt sie wie ein wild gewordener Irrwisch über die Wiese. Mindestens 10 Meter am Stück. Dann muss sie sich aber sofort ausruhen und auf das absolut wohlverdiente Leckerlie warten.

Nele
Nele nach dem 10-Meter-Sprint.

Die Batterie

Aufgrund ihres nicht vorhandenen Temperaments war es reiner Zufall, dass wir eine ernste Krankheit rechtzeitig bemerkten. Nele wurde immer träger und phlegmatischer. Als sie überhaupt nicht mehr raus wollte, befragte ich Tante Google – und saß am gleichen Tag noch mit Nelchen auf dem Schoss aufgeregt und voller Sorge beim Tierarzt. Die Diagnose: Eine Unterfunktion der Schilddrüse. Seither bekommt sie täglich ihre “Batterie” (Tablette) und einmal jährlich wird ihr – vermutlich auch träge fließendes – Blut untersucht.

Einzig der Staubsauger fordert sie heraus. Den gilt es mit viel Brumborium zu “fangen” – allem Geschimpfe unsererseits zum Trotz. Letztendlich hilft es nur, sie hinter dem Kinderschutzgitter zu “parken”, um ungestört saugen zu können. natürlich untermalt von ihrem unvermeidlichen Gebrumme.

Der Schädel ist breit und dick

Nele möchte ihren Dickschädel immer durchsetzen. Und zwar scheint sie an das Motto “In der Ausdauer liegt die Kraft” zu glauben.

Sie brummt stetig vor sich hin, wenn sie etwas hört oder nur zu hören meint. Schimpfen mit ihr? Klar, mit dem Erfolg, dass sie sich brummend und zischend unter den Tisch verkrümelt, um dort ungestört weiter zu brummen. Da scheint doch der Mops in ihr rauszukommen.

Aber – um sie wieder in Schutz zu nehmen: Das ist das Einzige, was sie sich unter keinen Umständen nehmen lässt. Sie schimpft dauernd vor sich hin wie Else Kling aus der Lindenstraße, falls die noch jemand kennt. Das ist vermutlich auch der Grund, warum wir sie “Else” nennen, wenn sie so gar nicht mit dem Gebruddel aufhört…

Nele auf dem Fahrradausflug
Nele auf dem Fahrradausflug

Schmusi-Dusi? Nicht mit Nele!

Nele möchte immer da sein, wo wir sind. Am liebsten auf dem Schoss. Aber bitte – nicht streicheln! Außer vielleicht am Bauch. Da ein bisschen streicheln. Aber nicht zu lange. Das mag Madame Nele nicht.

Überhaupt: Wenn Nele was nicht mag, dann mag sie das nicht. Basta. Sie mag es beispielsweise überhaupt nicht, fotografiert zu werden. Sobald sich die Linse einer Kamera auf sie richtet, bekommt ihr Stur-Gesicht einen regelrechten angeekelten Ausdruck. Zack – weg ist sie, unterm Tisch. Da hockt sie dann und guckt. Guckt einfach. Und brummt.

Wenn man ganz viel Glück hat, darf man innige Momente mit Nele erleben, etwa beim Schuhe binden. Man sitzt arglos in der Hocke und schnürt sich seine Schuhe. Plötzlich schlabbert eine platschnasse Zunge mitten durchs Ziffernblatt. Bäh!

Nele ist da rasend schnell – wie auch immer sie das macht. Seit ihr einige Zähne entfernt werden mussten, ist die Hundeschnute extrem nass und schlabbrig – das stört sie aber nicht. Und in diesem einen Punkt ist sie mir tatsächlich in Sachen Schnelligkeit völlig überlegen.

Wimpern klimpern auf Nele-Art
Wimpern klimpern auf Nele-Art

5 Fakten, warum Nele in unserem Rudel unverzichtbar ist

  1. Nele spielt Polizei, wenn die beiden anderen sich in die Haare bekommen. Sie greift mit der Macht der Ältesten ein und sorgt für die dringend benötigte Ruhe.
  2. Sie lässt alles tapfer über sich ergehen, etwa die Fell- und Krallenpflege und somit ist sie ein Vorbild für die anderen beiden Gispel.
  3. Sie darf überall frei laufen – sie kommt zuverlässig auf Zuruf.  –> Vorbildfunktion.
  4. Beim Ausflug mit dem Fahrrad lässt sie sich problemlos in den eigens für sie angeschafften Fahrradkorb setzen. Somit kann sie alles von ihrer erhöhten Position aus überwachen.
  5. Beim Fressen dient sie als “Motivator” für Amy – die ist leider überhaupt nicht verfressen. Nele setzt sich einfach völlig ruhig hinter Amy – und zack – der Futterneid ermutigt Amy, doch ein paar Häppchen zu kosten.
Eine Lieblingsbeschäftigung: Sitzen und gucken.
Eine Lieblingsbeschäftigung: Sitzen und gucken.

5 Fakten, die Nele niemals tun würde

  1. Nele würde niemals, niemals und nochmals niemals in die Wohnung machen.
  2.  Sie würde keinesfalls still dasitzen, wenn der Staubsauger läuft. (Einmal wussten wir nicht, ob es ihr schlecht geht, sie machte einen kranken Eindruck – also holten wir extra den Staubsauger raus und ja, es ging ihr gut).
  3. Freiwillig bei Regen spazieren gehen.
  4. Am Morgen schon nach gefühlten 15 Stunden Nachtschlaf rasant aufstehen, sich schütteln und mich erwartungsfroh anblinzeln.
  5. Am Abend lange aufbleiben.

Nele ist für mich mein Traumhund. Gut, Spielen mag sie nicht. Toben erst recht nicht. Aber dafür ist sie der sanfteste Hund der ganzen Welt. Bestimmt. Ganz bestimmt. Und wir hoffen, dass wir sie noch ganz lange haben werden, immerhin ist sie doch schon neun Jahre alt.

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