Inkontinenz beim Hund

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Inkontinenz beim Hund – ein Thema vieler Hundefreunde, besonders, wenn der vierbeinige Freund eine Seniorin ist. Plötzlich tröpfelt Urin im Schlaf oder beim Treppensteigen. Das kann auf eine Harninkontinenz deuten, die häufig bei Hunden ab dem mittleren Alter und kastrierten Hündinnen auftritt. Und obwohl viele Besitzer davon ausgehen, dass Inkontinenz beim Hund einfach hinzunehmen ist, da es eine altersbedingte Veränderung bedeutet, stellt sich heraus, dass es häufig ein leicht zu lösendes Problem ist. Inkontinenz gehört zu den Hundekrankheiten, die zwar nicht unbedingt vermeidbar – aber doch behandelbar ist.

Was verursacht Inkontinenz beim Hund?

Es gibt mehrere Ursachen, die hinter der Harninkontinenz bei Hunden stecken können:

  • Blasenentzündungen
  • Steine
  • Polypen
  • Tumore
  • Überlaufinkontinenz (wenn ein Hund von einer Krankheit betroffen ist, die ihn dazu veranlasst, übermäßig viel zu trinken, wie z.B. Diabetes und Morbus Cushing).
  • Rückenmarkserkrankung
  • Entwicklungsstörungen des Harntraktes
  • Geschwächte Blasenschließmuskeln (Harnröhrenschließmuskeln).

Wie wird die Hundeinkontinenz diagnostiziert?

In ersten Schritt empfehlen Tierärzte meist eine Urinanalyse und eine Urinkultur. Wenn die Urinanalyse Hinweise auf eine medizinische Störung zeigt, wird der Tierarzt vermutlich eine vollständige Blutanalyse empfehlen, um eine endgültige Diagnose zu stellen. Die Urinkultur dient dazu, die Art der im Urin wachsenden Bakterien zu identifizieren.

Je nach Geschlecht und Alter des Hundes kann der Tierarzt zusätzliche Untersuchungen empfehlen, wie etwa eine Röntgenuntersuchung oder Ultraschall.

Männliche Hunde sind in der Regel nicht von Harninkontinenz betroffen und müssen daher sorgfältig auf Harnröhren-, Blasen- und Prostatakrankheiten untersucht werden. Ältere Hunde sollten gründlich auf Blasenentzündungen, Steine und Krebs untersucht werden. Junghunde, die im Alter von weniger als einem Jahr Inkontinenz entwickeln, sollten immer auf körperliche Entwicklungsstörungen untersucht werden. Ein Hund, der Urin oder Kot “verliert”, darf niemals bestraft werden, das versteht sich von selbst. Vielmehr gilt es, die Ursache herauszufinden.

Besonders ältere Hunde oder kastrierte Hündinnen sind von Inkontinenz betroffen.

Schwindende Muskelkraft?

Eine gewisse Muskelkraft im Harnröhrenschließmuskel ist notwendig, um den Harnverlust zu verhindern. Das ist im Grunde bei uns Menschen auch nichts anderes.

Nach der Kastration  nimmt die Stärke des Harnröhrenschließmuskels im Jahr nach der Operation ab, je älter ein Hundemädchen wird, umso weiter nimmt die Muskelkraft ab.  Etwa 20 Prozent der kastrierten Hündinnen entwickeln innerhalb von drei Jahren nach der Kastration eine leichte Inkontinenz.

Größere Hunde entwickeln häufiger eine Inkontinenz als kleinere Hunde. Frühkastrationen haben eine geringere Inzidenz von Inkontinenz, doch Untersuchungen zeigen, dass hier der Zeitpunkt entscheidend ist, denn werden die Hunde zu früh kastriert, erhöht sich das Risiko wieder.

Was tun, wenn der Hund inkontinent ist?

Die Stärke des Harnröhrenschließmuskels lässt sich mit Medikamenten erhöhen – etwa 50 bis 60 Prozent der inkontinent kastrierten Hündinnen sprechen auf eine Östrogentherapie an, die die Empfindlichkeit der Verschlussrezeptoren in der Harnröhre erhöht.

Medikamente wirken bei den meisten Hunden mit Inkontinenz – aber nicht bei allen. Hier gibt es dann andere Verfahren, etwa Injektionen, ein chirurgischer Eingriff oder eine Kombination aus mehreren Therapieverfahren.

Bei beginnender oder leichter Inkontinenz gibt es durchaus hilfreiche Mittel aus der Natur. So wird etwa Kürbiskernmehl, Schafgarbe, Heidelbeere und Kiesel eine gute Wirkung auf das Harnwegssystem nachgesagt.

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Wichtig!
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Martina Pfannschmidt
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