Hundepedia

Hunde und Rituale

Die meisten Menschen haben ihre ganz persönlichen Rituale, die sie oft durch den ganzen Tag begleiten. Es fällt uns gar nicht auf, dass wir bestimmte Dinge meist zur gleichen Zeit tun oder mit gleicher Energie. Aber natürlich gibt es auch die Rituale, die wir ganz bewusst pflegen und in bestimmten Situationen einbauen. Sie sind wichtig für uns und wir möchten nicht auf sie verzichten.
Doch wie sieht das bei unseren vierbeinigen Begleitern aus? Können auch sie ihre Rituale haben? Jaaaa!! Und wie sie können. Ich will euch heute mal erzählen, wie sich ein ganz normaler Tag bei uns so gestaltet und auch die Rituale unserer Hunde in den Alltag mit einfließen.

Nele muss erst einmal wach werden

Am Morgen

Wir sind Frühaufsteher und somit sind es unsere Hunde auch. Sie kennen es nicht anders. Natürlich geht einer von uns als erstes mit ihnen raus. Und da stehen sie auch schon fein aufgereiht an der Tür und warten auf ihre Leinen. Nach dem ersten Gang geben sie zunächst Ruhe, sie wissen, dass wir jetzt dran sind. Morgentoilette und dann Kaffee…hmmm….
Doch spätestens um etwa neun Uhr ist es vorbei mit der Ruhe. Um zehn Uhr gibt es Hundefrühstück und ihre Uhren laufen irgendwie immer schneller wie unsere. Das heißt für uns, sie so gut es geht zu ignorieren, denn wenn wir drauf eingehen, beginnt dieses Gegispel am Morgen schon um Acht. Das gilt es zu vermeiden.

Es ist endlich zehn und ihr Futter wird zubereitet. Zum Futtern trennen wir sie, ansonsten kommt hier der eine oder andere zu kurz und vor allem Amy (sie frisst seeeehr langsam) hätte kaum eine Chance. Sie kennen genau ihre persönlichen Futterplätze, also begeben sie sich schon mal dorthin, um ihre Schüssel in Empfang zu nehmen. Und sie wissen eines genau: So einfach hingestellt wird die Schüssel nicht. Ich erwarte, dass jeder ordentlich sitzt und wartet bis ich das Kommando zum “Essen fassen” gebe. Das geschieht komplett wortlos, sie kennen es nicht anders, so haben sie es gelernt. Also warten sie, bis ich sage “guten Appetit”!
In der nächsten halben Stunde passiert nun erstmal nix. Aber dann……..

Der erste große Spaziergang steht an. Und wie auf Gongschlag, stehen auch schon wieder alle an der Tür. Alle hübsch angeleint, geht’s los. Wir sind nun etwa eine halbe bis eine Stunde im angrenzenden Wald unterwegs (außer an Regentagen, die nehmen sie mir persönlich über, schließlich bin ich der Urheber des Wetters).
Wenn es regnet muss ich sie anders beschäftigen. Das geht wahlweise mit einem Spiele-Parcours oder mit der Suche nach Leckerli in ihrem Spielzeug. Da ich ja wusste, dass es regnet, hatte ich schon mal vorsorglich das Futter reduziert, sonst würden hier drei Kugeln herumrollen, das wollen wir ja nicht (schließlich regnet es bisweilen oft).
Danach herrscht hier himmliche Ruhe und ich kann mich meiner Arbeit widmen.

Wieder müde

Der Nachmittag

Ab etwa drei Uhr beginnt alles wieder zu erwachen. Unruhe macht sich breit, mit Blicken und Gesten werde ich aufgefordert mich an die Leinen zu begeben, um sie ihnen anzuziehen.
Ich gebe nach!
Der Nachmittag gestaltet sich verschieden. Ich gehe nicht immer in den Wald, das eher selten. Ich fahre mit ihnen an verschiedene Ziele. Das kann die Fussgängerzone in Bad Homburg sein oder auch der See in Bad Nauheim. Wichtig ist mir, dass sie an der Leine laufen müssen, sich zu benehmen haben, wenn andere Hunde unseren Weg kreuzen und auf mich achten müssen, wenn wir Strassen überqueren. Manchmal fahre ich sogar mit ihnen Bus und Bahn. Das ist dann schon eine Herausforderung sowohl für mich als auch für sie. Sie müssen geduldig sein und die anderen Menschen weitgehend ignorieren. Sie müssen Platz machen und sich benehmen. Ehrlicherweise fallen wir immer etwas auf, wer fährt schon mit drei Hunden Bahn oder Bus? Aber nicht alle Menschen sind uns gegenüber wohlgesonnen, schließlich gibt es auch genug Unverständnis gegenüber Hundehaltern. Egal, da muss ich durch und meine drei Mäuse mit mir.

Diese Ausflüge ermüden auf ganz andere Art, als wenn wir nur stumpf im Wald rumrennen. Die vielen fremden Gerüche, die visuellen Eindrücke, dass sie an der Leine laufen und auf mich achten müssen, das alles fordert sie viel mehr.
Wenn wir wieder Zuhause sind, rennt jeder sofort an seine Futterstelle, denn es jetzt gibt’s was zu futtern. Ein weiteres Ritual, sie brauchen keine Einladung, sie wissen es.
Danach sind sie für den Rest des Tages komplett erledigt.
Und genauso liebe ich es!

Ich warte schon auf euch

Der Tag neigt sich dem Ende

Jeder noch so schöne Tag endet irgendwann. Hier bewegt sich in den Hundebetten nicht mehr viel, außer das man die Schlafstellung ändert und natürlich am Abend auf den Schößen der Frauchen herumliegt und sich ausgiebig tätscheln, massieren und streicheln lässt.
Es gibt eine TV Sendung, welche täglich unseren Abend beendet. Und wie jede Serie hat auch diese ihre eigene Titelmusik. Obwohl die Musik zu Beginn der Sendung komplett identisch ist mit dem Abspann, regt sich hier zu Beginn der Sendung nichts. Das ist schon lustig, denn wir schauen die Sendung ja nicht immer zur gleichen Zeit (ich nehme sie täglich auf).
Sobald der Abspann beginnt, springt hier alles hektisch auf und rennt zur Tür. Das ist unglaublich, wenn wir versucht hätten ihnen das so beizubringen, wären wir sicher kläglich gescheitert.
Es ist einfach ein Ritual, welches sie sich selber beigebracht haben.
Und sie wissen genau, das war der letzte Gang vor dem Schlafengehen, denn wenn wir zurückkommen, rennen alle sofort zur Schlafzimmertür. Das ist wirklich faszinierend. Im Schlafzimmer begibt sich jeder auch sofort an seinen Schlafplatz. Nele und Amy verschwinden in ihrer Höhle, während Sasha besitzergreifend auf unser Bett springt und sich schon mal den besten Platz sichert.

Fazit

Unsere Hunde sind mit Ritualen genauso behaftet wie wir. Wenn sie einen festen Lebensrahmen haben, ist das sogar unumgänglich. Und es ist schön zu wissen, dass wir (fast) alles richtig machen, sonst wären sie auf ihre Gewohnheiten nicht so geprägt.

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