Cesar Millan ist ein Hundetrainer? Nein, keineswegs…

Kleine Hunde passen überall hin....

Ist Cesar Millan nun ein Hundetrainer oder ein Hundepsychologe? Die Frage ist leicht und schnell beantwortet: “Er ist ein Hundepsychologe” Auch wenn dieser Ausdruck wieder einige auf die Palme bringt – es ist so. Er sieht sich ja nicht einmal selbst als Hundetrainer.

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Der Wunsch des jungen Mexikaners

Es ist richtig, dass Cesar einst den Traum hatte, der beste Hundetrainer zu werden. Er war jung und wusste nichts über die verhaltensgestörten Hunde dieser Welt. Dort, wo er aufwuchs, auf der Farm seines Großvaters, gab es keine gestörten Hunde. Er wusste weder, dass er arm war, noch hatte er die geringste Ahnung vom Leben der Hunde in »reichen« Familien. Er liebte die Hunde auf der Farm und begann sie schon frühzeitig als Kind zu studieren.

Die Art, wie sie miteinander umgingen, faszinierte ihn. Alles war so klar und die Hunde wussten immer was zu tun war, ohne dass es ihnen jemand sagen musste. Niemand hatte sie jemals trainiert oder ihnen Gehorsam eingetrichtert, sie lebten in einer natürlichen Symbiose mit den Menschen. Sie kannten ihren Platz in dieser kleinen Gesellschaft und jeder profitierte von dieser Gemeinschaft. Aus seinem Wissen über Hunde und seiner tiefen Verbundenheit mit ihnen entwickelte sich alsbald der Wunsch, bester Hundetrainer zu werden.

Doch als er in die USA emigrierte, musste er feststellen, dass die dort lebenden Hunde so gut wie nichts mit den Hunden auf der Farm gemein hatten. Sie waren neurotisch, hatten kaum noch die natürlichen Instinkte eines »normalen« Hundes und waren oft extrem verhaltensgestört. Für Cesar totales Neuland. Er arbeitete in Hundesalons und recht schnell bemerkte man, dass er besonders mit den »schwierigen« Hunden gut umgehen konnte. Er hatte sie unter Kontrolle. Und er wusste zu diesem Zeitpunkt, warum das so war.

Er hatte die richtige Energie in sich, er wusste einfach, wie er diese neurotischen Hunde handhaben musste. Schnell war ihm klar, dass er nicht mehr Hundetrainer werden wollte, sondern Hundepsychologe. Ob ein Hund auf »Sitz«, »Platz« und »Fuß« reagierte war ihm herzlich schnuppe. Er wollte etwas ganz anderes, er wollte den Hunden ihre natürlichen Instinkte zurückgeben. Er wollte sie wieder glücklich machen und von ihren Neurosen befreien. Sie sollten einfach nur wieder Hunde sein dürfen.

Hollywood klopfte an – sein Glück

Cesar hatte großes Glück, als er zufällig Jada Pinkett Smith (Ehefrau von Will Smith, dem bekannten Schauspieler) kennenlernen durfte. Sie half ihm mit allem, was von nun an sein Leben bestimmen würde. Mit ihrer Hilfe gründete er das „Dog Psychology Center“ und ab 2004 war »Der Hundeflüsterer« im TV geboren.
Mit seinem großen Erfolg zog er die Aufmerksamkeit einiger Tierschutzorganisationen auf sich. Was nun geschah, geschieht mit allen erfolgreichen Menschen: Sie polarisieren. Das war sicherlich nicht das erklärte Ziel eines Cesar Millans. Doch verhindern konnte er es genauso wenig wie Andere, denen dies passiert. Ein »Schwarz-weiß-Denken« setze ein und Cesar wurde zum geliebten und verhassten »Hundefreund« zugleich. Ihm werden wundersame Hunderesozialisierungen und Tierquälereien gleichermaßen nachgesagt.

Cesar Millan – gleichsam vergöttert und verhasst

Ich weiß, das hier ist ein Blog und ich sollte neutral bleiben. Dennoch – es ist mein Blog und deswegen sei es erlaubt, kurz meine Meinung einzubringen. Ich habe Cesars Sendungen mit gleicher Intensität studiert wie Cesar die Hunde auf der Farm. Ich habe seine Bücher gelesen und ich war in seiner Show in Mannheim. Und Nichts, aber auch gar Nichts konnte ich je als tierquälerisch einstufen. Wie soll er denn mit Hunden verfahren, die von Menschenhand versaut wurden? Sicher sehen manche seiner Anwendungen auf den ersten Blick nicht so gut aus, aber was zählt ist doch das Resultat.

  • Mehrfach wird in seinen Sendungen davor gewarnt, seine Techniken nicht ohne den Rat eines Fachmannes anzuwenden.
  • Es liegt in der Dummheit einiger Menschen begraben dies trotzdem zu tun, oftmals mit fatalen Folgen.
  • Diese Menschen ahmen auch andere Dinge aus dem TV nach ohne das Wissen dafür zu haben, das klagt auch niemand an.
  • Andere hätten diverse Hunde seiner Sendungen einschläfern lassen.

Cesar hat sich immer an die schweren Fälle rangetraut und Fälle, bei denen er gemerkt hat, dass keine einfache Resozialisierung möglich ist, hat er sie in sein Center geholt. Dort haben die Hunde ihr natürliches Verhalten zurückgewonnen. Erst wenn es zu den Haltern zurückging, traten die »alten« Symptome wieder auf. Wer ist denn nun Schuld am Fehlverhalten der Hunde? Es erübrigt sich wohl, diese Frage zu beantworten. Warum schreit also niemand von den »Super-Tierschutzorganisationen« nach einer besseren Kontrolle der Hundehalter?

Auch ich heiße nicht alles gut, was Cesar Millan macht – vor allem das “Rudelführer-Ding” ist nicht meins. Ich strebe mit meinen Hunden eine Partnerschaft an, kein Dominieren. Aber Hunde, die zu ihm kommen, sind teilweise völlig versaut. Das ist einfach so, traurig, aber wahr.

 

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4 Kommentare

  1. Hallo, das “Rudelführer-Ding”, wie du so schön schreibst ist unumgänglich wenn du deinen Hund als Partner gewinnen möchtest. Du schreibst, dass Millan von der Natur gelernt hat, da gibt es in jedem Rudel einen Rudelführer! Also wenn dein Hund keinen Rudelführer hat und dir nicht zutraut dass du für ausreichend Futter sorgen kannst, wird er den Platz für sich beanspruchen und dir sagen wo es lang geht und somit für das des Rudel sorgen!

    • Hallo Jan,

      ich habe deinen Kommentar jetzt zwar nicht verstanden, aber macht ja nix. Jedenfalls sagen mir meine Hunde nicht, wo`s langgeht. 😀

      LG

      Martina

  2. Guten Morgen,
    ich finde Ihren Block sehr interessant. Ich bin ein Befürworter von Cesar Milans Methoden. Viele Leute die über ihn herziehen vergessen einfach, dass er in den meisten Fällen Hunde hat, die sehr auffällig oder auch agressiv sind. Die Menschen in Amerika sind sehr schnell beim Einschläfern der Tiere und die Heim voll von Hunden die einfach abgeschoben werden. Anders als hier hat Cesar nicht monatelang Zeit die Hunde zu resozialieren.
    Eine Freundin von mir lebt in Arizona. Dort werden Hunde z.B. beim Umzug einfach zurückgelassen, ausgesetzt, erschlagen, erschossen oder an Bäumen aufgehängt.
    Tiere die ängstlich agressiv sind, sind froh, wenn sie einen vernünftigen Rudelführer haben. So können sie sich entspannen, weil sie nicht die Rolle übernehmen müssen, die ihnen von der Veranlagung her garnicht liegt.
    Auch hat Cesar in den meisten Fällen mit Pitbull & Co, zu tun. Diese Hunde brauchen eine konsequente (d.H. für mich, dass man da wirklich der Rudelführer sein muss) Hand.
    Ich hatte selber einen Pitbull. So erzogen, bzw. nach diesem Prinzip lebend hatten wir eine tolle Zeit. Er war überall beliebt und hatte viele Spielkameraden.
    Vielen Dank für die wirklich gut formulierten Blockartikel auf Ihrer Seite
    LG
    aus der Lüneburger Heide

    • Hallo und vielen Dank für den Kommentar. Ich sehe es genauso, er beschäftigt sich mit Fällen, bei denen es wirklich fast schon nach 12 ist. Auch wenn mir nicht alles gefällt, was er macht, so traut er sich doch an Hunde ran, an die kein anderer mehr gehen würde. Und das ost mit Erfolg. Zumal die Leute dafür verantwortlich sind, nicht die Hunde selbst.

      LG

      Martina

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