Analdrüsenentzündung beim Hund – 2 Hausmittel & viele Tipps

Analdrüsenentzündung Hund
Analdrüsenentzündung Hund

Analdrüsenentzündung beim Hund – allein das Wort hört sich nach Schmerzen und Unwohlsein an. Das Beschwerdebild kommt bei den Vierbeinern relativ häufig vor und erfordert zuerst einmal tierärztliche Hilfe. Doch es gibt auch einiges, was du selber tun kannst. Einerseits, um eine Analdrüsenentzündung beim Hund zu verhindern und andererseits die tierärztliche Behandlung zu unterstützen. Im folgenden Artikel beschäftigen wir uns mit den Drüsen, die so unbeachtet ihr Dasein fristen, dabei jedoch eine wesentliche Rolle in der Hundekommunikation spielen. Wir schauen darauf, welche Hausmittel bei einer bestehenden Analdrüsenentzündung helfen und wir prüfen, wie wir einer solchen vorbeugen können.

Die Analdrüsen im Detail

Die Analdrüsen (Glandulae sinus paranales) liegen in den Analbeutelwänden. Sie sondern ein Sekret in einen Speicherraum ab: In den Analbeutel (Sinus paranales). Diese sitzen jeweils links und rechts an der Wand des Afterkanals. Das Sekret wird über zwei Öffnungen während des “großen Geschäftes” abgesetzt. Diese Öffnungen gleichen einer Art Röhrchen und transportieren das Sekret durch das Herauspressen des Kotes nach draußen. Die Ausgänge liegen direkt seitlich neben dem Anus.

Dieses Sekret riecht für uns Menschen unfassbar übel, für Hunde jedoch vermutlich ganz ausgezeichnet. Die Drüsen sondern das Sekret kontinuierlich ab, denn es dient Hunden als Kommunikationsmittel und als Territorialmarkierung. Wenn man so will, ist das Sekret der “Fingerabdruck” oder die individuelle Duftnote des Hundes. Diese “Duftnote” wird auch in die Luft abgegeben, wenn der Hund mit dem Schwanz wedelt. Für unsere Nasen ist ist der “feine Geruch” nicht bemerkbar, für Hunde schon.


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Am Hintern schnuppern
So lernen sich Hunde dank der Analdrüsen kennen .

Analsekret für das “Hunde-Facebook”

Hunde beschnuppern sich bekanntlich sehr gerne am Hinterteil, also an der Analregion. Damit “wissen” unsere Fellnasen genau, mit wem sie es zu tun haben. Kommen sie später an einem Häufchen des anderen vorbei, wissen sie genau, wer hier war. Das Schnuppern am Boden ist also vergleichbar mit dem menschlichen Lesen einer Zeitung oder des Besuches sozialer Netzwerke.

Die Erkrankungen der Analdrüsen

Wie schon beschrieben, produzieren die Drüsen fleißig Nachschub. Da sie direkt in den Wänden der Beutel sitzen, kann es zu einem Stau kommen. Fließt nämlich weniger ab, als neu produziert wird, gibt es ein übervolles Lager. Und das wiederum erfreut Bakterien & Co. die sich in diesem Sekret äußerst wohlfühlen und rege vermehren. In der Folge von verstopften Analbeuteln kann es dank der Bakterien zu einer Entzündung  (Kryptitis) kommen. Schreitet das Unheil noch weiter voran, kann ein Abszess die Folge sein, gerne gibt es auch mal eine Fistelbildung.

Leider sind die Analdrüsen nicht vor Tumoren gefeit und zwar sowohl von Adenomen (gutartigen Geschwulsten) als auch von Karzinomen (bösartige Geschwüre). Bei Hunden wird die sogenannten “Adenokarzinome der Analbeutel” zwar selten diagnostiziert, doch wenn, dann ist es fatal, da sehr schnell Metastasen entstehen.

Analdrüsenentzündung beim Hund

Bevor es zur Entzündung kommt, liegt meist eine gestörte Entleerungsfunktion vor. Wie schon gesagt, tummeln sich reichlich Bakterien in dem Sekret, welche sich dann dank des “abgestandenen” Sekrets explosionsartig vermehren.

Die Verstopfung resultiert meist aus einem zu weichen Stuhlgang oder Durchfall. Dadurch minimiert sich der Druck, der Anus öffnet sich nämlich einfach nicht weit genug, damit sich ein Druck auf die Beutel aufbauen kann. In diesem Fall müssten die Analdrüsen “manuell” entleert werden, entweder durch den Tierarzt oder durch den Hundebesitzer selbst.

Zuerst einmal ist eine Entzündung (Inflammatio) eine Abwehrreaktion des Organismus. Das Immunsystem erkennt, dass etwas im Argen liegt und entsendet Botenstoffe. Diese sorgen dafür, dass sich die Blutgefäße erweitern. Das wiederum hilft den Immunzellen, durch das Gewebe an den Hort des Geschehens einzudringen. Und es vereinfacht den Abwehrzellen, die schädlichen Erreger schneller aus dem betroffenen Gewebe herauszubekommen.

Leider können Entzündungen auch aus dem Ruder laufen, dann bringen sie mehr Schaden als Nutzen, deswegen sollten entzündliche Prozesse immer gut beobachtet werden.

Die Symptome einer Analdrüsenentzündung beim Hund

  • Juckreiz
  • ständiges Ablecken in der Anusregion
  • Rötung und Schwellung des Bereiches rund um den After

Betroffene Hunde zeigen meist ihr Beschwerdebild durch das sogenannte “Schlittenfahren” an. Dazu setzen sie sich auf den Boden – vorzugsweise den Teppich – und rutschen direkt auf dem Anus sitzend nach vorne. Viele Hunde lecken sich auch dauernd in der Anusregion, einige “knabbern” sogar an ihrer Rute herum.

Spätestens bei diesen Anzeichen muss ein genauer Blick auf das Hinterteil des Hundes erfolgen. Eine Analdrüsenentzündung beim Hund ist äußerst schmerzhaft und kann Folgeerkrankungen nach sich ziehen, das muss nicht sein.

Da entzündete Analdrüsen auch relativ schnell in ein chronisches Stadium übergehen, sollte man den Tierarzt bei den oben beschriebenen Symptomen aufsuchen. Unbehandelt kann es zur Fistelbidlung, zu Abszessen oder Schlimmeren kommen.

Es tut weh!

Schon alleine, um Schmerzen zu ersparen, sollte eine Analdrüsenentzündung beim Hund unverzüglich behandelt werden. Besonders das Absetzen von Kot verursacht höllische Schmerzen. Manche Hunde fiepsen beim “Geschäfte machen”, andere versuchen es zu vermeiden. Da bei einer Entzündung die Abwehrzellen auf volle Impulskraft stehen, kann es zu Fieber und Abgeschlagenheit kommen. Der Hund leidet also richtig. Ein Grund mehr, sofort einen Tierarzt aufzusuchen. Vermutlich wird dieser zuerst versuchen, die Analbeutel zu leeren. Im besten Fall kann er dir zeigen, wie man dies richtig macht.

Auf vielen Seiten zu diesem Thema gibt es “Anleitungen”, wie man Analbeutel ausdrückt, dem schließen wir uns nicht an. Denn man kann durchaus etwas falsch machen und dem Hund mehr Schaden als Nutzen bringen. Wenn der Tierarzt dir die richtige Vorgehensweise zeigt, wie du die Analbeutel deines Hundes entleeren kannst, ist das in Ordnung. Das Internet ist dafür unserer Meinung nach nicht der richtige Ort.

Ursachensuche

  • Der Stuhlgang ist generell zu weich
  • Durchfall
  • Veranlagung

Wie so oft, sollte natürlich die Ursache gesucht, gefunden und beseitig werden. Ansonsten kommt es sehr schnell zu einer chronischen Verstopfung oder Analdrüsenentzündung beim Hund. Und wer jetzt denkt: “Dann drücke ich meinem Hund täglich die Analbeutel aus”, der unterliegt einem fatalen Irrtum: Je öfter die Beutel manuell entleert werden, umso schneller bilden die Analdrüsen neues Sekret nach.

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Die Behandlung entzündeter Analdrüsen

Der Tierarzt wird vermutlich zuerst die Analbeutel leeren, bevor er die eigentliche Entzündung behandelt. Je nach Stärke empfiehlt er eventuell Antibiotika, welches die Bakterienflut eliminieren soll. Der gesamte Bereich um den Anus herum sollte so sauber und steril wie eben möglich gehalten werden. Bei einem Hund mit langem Fell schneidet man das Fell um den After herum ab, damit erstens die Entzündung behandelt werden kann und zweitens die Genesung besser kontrollierbar ist.

Wie vorbeugen?

Die Konsistenz des Stuhls ist häufig ein Auslöser für verstopfte Analbeutel. Ist der Stuhlgang dauerhaft zu weich, gibt es einfach nicht genügend Druck auf die Kammern, um sie so zur Entleerung anzuregen. Auch ein Durchfall, der nicht nur kurzfristig auftritt, kann ursächlich für ein Verstopfen und in der Folge für eine Analdrüsenentzündung beim Hund sein.

Hat dein Hund einen dauerhaft zu weichen Stuhlgang, dann überdenke das Futter. Besonders kohlenhydratreiches Futter kann zu einem weichen Stuhlgang führen, aber auch die falschen Proteine oder ein zu hoher Gemüseanteil. Damit der Darm optimal arbeiten kann, benötigt er ein gewisses Maß an Ballaststoffen und gutes, proteinreiches Fleisch, abgerundet mit essentiellen Nährstoffen.

Hier lässt sich keine pauschale Empfehlung geben, nur so viel: Hunde sind im Gegensatz zu Katzen keine 100%igen Fleischfresser, sie benötigen ergo eine ausgewogene Futterzusammenstellung. Egal, ob es sich um die Fütterungsform Barfen handelt oder ob er Trocken- oder Nassfutter bekommt. Es sollte in jedem Fall auf ihn selbst zugeschnitten sein.

Ballaststoffe

Genau wie bei uns Menschen gehören Ballaststoffe zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Der Ballaststoffanteil besteht aus unverdaulichen Bestandteilen pflanzlicher Art. Sie binden Giftstoffe an sich und beeinflussen sowohl die Zeit der Verdauung, als auch die Konsistenz des Stuhls. Ist der Anteil der Ballaststoffe zu hoch, wird der Stuhl zu weich. Ist er zu niedrig, wird der Stuhl zu hart. Es gilt also wie so oft, die goldene Mitte zu finden.

Pflege, Hygiene & Hinschauen

Bei einer langhaarigen Fellnase sollte der Blick öfter mal zum After gelangen. Idealerweise sorgst du dafür, dass das Fell den Hund beim Stuhlgang nicht behindert, indem du es rund um den After abschneidest. Nimm es ernst, wenn dein Hund plötzlich “Schlitten fährt”. Das ist ein deutliches Zeichen für Juckreiz. Auch ein dauerndes “an-sich-Rumgelecke” ist ein Aspekt, der Beachtung erfordert.

Das kannst du tun

Zur äußeren Pflege gibt es für uns nichts Besseres als das harzige Bienenprodukt Propolis. Es wirkt im Bienenstock mikrobiell. Interessanterweise leben in einem Bienenstock Tausende Bienen auf engstem Raum, bei hoher Luftfeuchte und konstanten 35 Grad Temperatur. Trotzdem ist das Innere nahezu keimfrei. Propolis wird von Bienen hergestellt und hemmt das Wachstum und die Ausbreitung von Keimen im Bienenstock.

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Quellen & Studien zu Propolis:

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  • Autor: Martina Pfannschmidt, tiermedizinische Redaktion
  • Aktualisiert: 31.05.2020
  • Expertise: Unsere Texte werden tierärztlich überprüft. So sichern wir einen hohen Qualitätsanspruch.
  • Hinweis: Dieser Artikel dient der reinen Information. Er ersetzt keinesfalls einen Tierarztbesuch. Bezüglich Heilpflanzen muss immer das Risiko einer Allergie genau betrachtet werden.

Martina Pfannschmidt
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Martina gehört zur Spezies “wissenschaftsorientiert” und weiß einiges über die sogenannte “Phytotherapie”, also die Pflanzenheilkunde – die im Übrigen nix mit der Homöopathie zu tun hat. Die meisten Texte bezüglich Gesundheit, Krankheiten, Heilpflanzen und Naturstoffe stammen aus ihrer Feder. Alle Texte werden zudem regelmäßig durch eine Tierärztin geprüft.

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