Vitamine für Hunde – Wirkmechanismen verständlich erklärt

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Vitamine für Hunde sind wichtig, um die Grundfunktionen des Organismus zu sichern. Teilweise sind Vitamine lebenswichtig – für den Hund genau wie für den Mensch. Doch was sind Vitamine und welche benötigen Hunde unbedingt? Was bewirken sie und was sind eigentlich wasserlösliche und fettlösliche Vitamine? Diese und mehr Fragen werden im folgenden Text beantwortet. Denn ohne Vitamine ist kein gesundes Hundeleben möglich.

Was sind Vitamine?

Vitamine werden zu den “organischen Verbindungen” gezählt und können weder vom Mensch noch vom Tier durch Stoffwechselprozesse produziert werden. Vitamine müssen also von außen zugeführt werden. Hochwertiges Hundefutter enthält in der Regel ausreichend Vitamine, die letztendlich im Körper für verschiedene Reaktionen sorgen. Sie können bei Durchfall regulierend wirken oder das Fellwachstum ankurbeln. Dabei ist es ganz spannend zu wissen, dass jedes einzelne Vitamin eine andere Aufgabe hat. Während das eine etwa für die Blutgerinnung zuständig ist, hat das andere die Aufgabe, enzymatische Reaktionen zu steuern. Der Stoffwechsel ist auf Vitamine ebenso angewiesen wie das Immunsystem. Vitamine unterteilen sich in hydrophile Vitamine (wasserlöslich) und in lipophile Vitamine (fettlöslich).

Vitamine für den Hund.
Obst und Gemüse sind Vitaminlieferanten – auch für Hunde.

Die Entdeckung der Vitamine

Die einst gefürchtete Seefahrerkrankheit Skorbut sorgte unter anderem für die Entdeckung der Vitamine. Die Bedingungen in früheren Jahrhunderten waren hart, besonders auf den Schiffen gab es kein Obst, kein Gemüse und es herrschte Mangelernährung – zumindest aus heutiger Sicht. Den Matrosen fielen die Haare aus, ihre Fingernägel brachen ab und so mancher kehrte von der Schiffsreise nicht mehr heim.

Doch erst im 20. Jahrhundert kam man hinter das Geheimnis, denn besonders in Japan grassierte die Krankheit „Beri-Beri“. Wissenschaftlern gelang es, als Ursache die Mangelernährung dafür auszumachen. Damals wurde aus dem Reis noch die Reiskleie entfernt und mit ihm das wichtige Vitamin B1. Die Menschen waren müde, abgeschlagen und kaum zu Leistung fähig. Casimir Funk entdeckte schließlich das Vitamin B1 und benannte es als „Vit-Amin“, was sich aus „vital“ für Leben und Amin als Begriff für das entdeckte Vitamin zusammensetze. Der Biochemiker Elmer McCollum war es, der einfach Buchstaben an die Vitamine hing, um sie deutlicher darstellen und unterscheiden zu können. Trotz dem Umstand, dass die meisten Vitamine keine Aminogruppen besitzen, ist der Begriff heute gängig. In den 1980er Jahren konnten 13 Vitamine benannt und sogar schon nachgebildet werden, zu dieser Zeit gab es die ersten Nahrungsergänzungsmittel. Wenn du dir im Folgenden anschaust, wann die Vitamine entdeckt und nachgewiesen wurden, wird klar, dass viele Vitamine noch nicht lange nachgewiesen sind:

  • 1912 – Vitamin B1
  • 1913 – Vitamin A
  • 1918 – VitaminD
  • 1920 – Vitamin B2
  • 1922 – Vitamin E
  • 1926 – Vitamin B12
  • 1929 – Vitamin K
  • 1931 – Vitamin B5, Vitamin B7, Vitamin C
  • 1934 – Vitamin B6
  • 1936 – Vitamin B3
  • 1941 – Vitamin B

Fettlösliche Vitamine

Fettlösliche Vitamine sind in Lipiden lösbar. Dabei handelt es sich umgangssprachlich um Fett, also einem Naturstoff. Fettlösliche Vitamine für Hunde werden genau wie beim Menschen in Lipoproteinpartikel der Zellen der Darmstruktur entsendet, denn dadurch kann der Organismus die Vitamine schneller aufnehmen. Retinol, Calcitriol, Tocopherol sowie die Koagulationsvitamine, besser bekannt als Vitamin: A, D, E und K sind solche fettlöslichen Vitamine.

Wasserlösliche Vitamine

Wasserlösliche Vitamine lassen sich im Wasser lösen. Sicher kennst du das berühmte Vitamin C, welches häufig in wasserhaltigen Früchten vorkommt. Gebräuchliche Bezeichnungen sind Ascorbinsäure, Thiamin, Riboflavin, Niacin, Pantothensäure, Pyridoxin, Biotin, Folsäure und Cobalamin, also Vitamin C und B in all seinen Abstufungen.

Warum sind Vitamine für Hunde lebensnotwendig?

Ohne Vitamine kein Leben. Im Folgenden findest du eine kurze Auflistung, was welches Vitamin im Hundekörper leistet. Fettlösliche Vitamine

  • Vitamin A
Dieses Vitamin ist beispielsweise für die Sehkraft nötig, für die Fortpflanzungsfähigkeit, für den Schutz und Erhalt der Haut beziehungsweise Schleimhäute und es ist unverzichtbar für den Knochenstoffwechsel und die Blutbildung. Vitamin A kommt in tierischen Produkten wie Leber, Butter, Vollmilch oder Eiern vor. In Pflanzen ist eine Vorstufe zu Vitamin A vorhanden, das Karotinoid (Carotinoid), auch das kann von einem Hund verwertet werden. Vitamin A darf niemals überdosiert werden, da dies zu Schäden an der Knochensubstanz und am Skelett führen kann. Ein normal gesunder Hund braucht pro Tag 75 – 100 IE (internationale Einheiten) Vitamin A pro Kilo Körpergewicht. Bei Trächtigkeit, im Welpenalter und bei diversen Krankheiten weichen diese Werte ab, dann erhöht sich der Bedarf. Wie schon angesprochen, sollte ein Hund mit Vitamin A keinesfalls überdosiert werden, also wenn das Fertigfutter beispielsweise Retinol enthält, solltest du nicht zusätzlich Leber oder Lebertran verfüttern.
  • Vitamin D
Dieses Vitamin sorgt für die optimale Balance der Kalzium-Phosphor-Verbindung. Zudem ist es ein wichtiger Indikator dafür, dass das Abwehrsystem in Schuss gehalten wird. Während wir Menschen Vitamin D über das Sonnenlicht selbst produzieren, bekommt dein Hund das fettlösliche Vitamin aus der Leber, aus Vollmilch und aus Fisch. Auch dieses Vitamin darf nicht überdosiert werden, da eine solche zu Ablagerungen in den Gefäßen und im Gewebe führen kann.
  • Vitamin E
Vitamin E sind Tocopherole, die als Antioxidantien wirken. Dieses Vitamin ist ein Radikalfänger und gilt so als Schutzfaktor gegen Tumore. Auch der Blutkreislauf benötigt Vitamin E, genauso wie es als Schutz für Herzerkrankungen gilt. Ein Mangel kann Auswirkungen auf das Wachstum von Junghunden haben und führt bei ausgewachsenen Tieren häufig zu einer schlappen Immunabwehr oder gar Skeletterkrankungen. Vitamin E kommt in pflanzlichen Ölen und im Getreide vor. Angeraten wird eine Gabe von 0,67 IE pro Tag pro Kilo Körpergewicht. Zuchtrüden, trächtige Hündinnen und Junghunde haben einen erhöhten Bedarf.
  • Vitamin K
Die Blutgerinnung und der Knochenstoffwechsel – das sind die bekanntesten Aufgaben dieses Vitamins im Hundekörper. Die Darmflora, die Fließeigenschaften des Blutes und das Immunsystem sind angewiesen auf das Vitamin, das ein Hund zu einem Großteil selber herstellen kann. Geringe mengen kommen in Fleisch vor, so dass aus heutiger Sicht keine Unter- oder Überversorgung mit diesem Vitamin besteht. Wasserlösliche Vitamine Ein „zu viel“ an wasserlöslichen Vitaminen muss nicht sein – ist aber nicht weiter tragisch, da das Überschüssige einfach ausgeschieden wird.
  • Vitamin B1 (Thiamin)
Wichtig für den Stoffwechsel und die Aufspaltung von Kohlenhydraten. Zudem benötigt der Organismus dieses Vitamin, um Nervenimpulse zu übertragen.
  • Vitamin B2 (Riboflavin)
Der Fettstoffwechsel, der Proteinstoffwechsel und die Fortpflanzungsfähigkeit sind wichtige Aufgaben von Vitamin B2. Auch das Sehvermögen das Fellwachstum und die Krallenbildung sind auf Vitamin B2 angewiesen.
  • Vitamin B3 (Niacin, Nicotinsäure, Niacinamid, Nicotinsäureamid)
Der Magen und der Darm benötigen dieses Vitamin aus der B-Gruppe. Zudem dient es der Leistungsfähigkeit und Energiegewinnung.
  • Vitamin B5 (Pantothensäure, Panthenol, Kalziumpantothenat)
Wichtig für die Verhinderung von Infektionen sowie bei der Bildung von Antikörpern. Das zentrale Nervensystem und der Zellaufbau sind auf dieses Vitamin angewiesen.
  • Vitamin B6 (Pyridoxin)
Dieses Vitamin ist wichtig für die Umwandlung etlicher Aminosäuren. Auch für die Verwertung der Eiweiß- und Fettaufnahme ist dieses Vitamin unverzichtbar.
  • Vitamin B12 (Cobalamin)
Dieses Vitamin wird vom Körper gespeichert und es kann nur in Verbindung mit Kalzium richtig verwertet werden. Es ist für die Bildung und Regeneration der roten Blutkörperchen wichtig.
  • Vitamin B13 (Orotsäure)
Ohne dieses Vitamin kann Folsäure und das Vitamin B12 nicht richtig verwertet werden. Es ist für den Zellstoffwechsel und für die Bildung der Leberzellen unerlässlich.
  • Vitamin B15 (Pangamsäure, Dimethylglycyl, DMG)
Die Sauerstoffversorgung ist auf dieses Vitamin maßgeblich angewiesen. Zudem hilft es der Leber bei der Entgiftung und sorgt für eine Antioxidative Wirkung.
  • Vitamin B17 (Amygdalin, Laetril)
Obwohl es im eigentlichen Sinn kein Vitamin ist, wird es zum B-Komplex gezählt. Es soll krebshemmede Eigenschaften besitzen, doch hier ist die Forschung noch dabei, die genauen Wirkmechanismen herauszufinden.
  • Vitamin C
Vitamin C ist an fast allen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Es dient dem Zellschutz und ist unverzichtbar für ein gesundes Hundeleben. Hierzu gibt es einen ausführlichen Artikel in naher Zukunft.
  • Cholin
Der Fettstoffwechsel, die Leber und der Wert des Choletserins werden durch Cholin beeinflusst.
  • Folsäure (Folacin, Folat)
Unverzichtbar bezüglich der Fruchtbarkeit. Zudem beugt es Anämie (Blutarmut) vor.
  • Biotin (Coenzym R oder Vitamin H)
Biotin ist für gesundes Fell, Krallen und die Arbeit der Muskulatur wichtig.
  • Inosit
Inosit ist essentiell für den Transport der Fette. Zudem reguliert es den Cholesterinspiegel und fördert gesundes Fellwachstum.
  • PABS (Paraaminobenzoesäure)

Wichtig für die Haut und ist zudem für die Bildung von Folsäure zuständig.

Wichtig!
Alle bereitgestellten Informationen auf tierisch-gesundes.de sind ausschließlich informeller Natur. Sie ersetzen keineswegs den Tierarzt!
Martina Pfannschmidt
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12 Gedanken zu „Vitamine für Hunde – Wirkmechanismen verständlich erklärt“

  1. Hallo, mein Hund hat Diabetes und ich habe meinem Fiete bisher immer B-Vit complex Tabletten gegeben. Vertragen sich diese Tabletten auch mit seiner Erkrankung? Wir sind noch sehr unsicher ,weil wir erst vor 14 Tagen die Diagnose erhalten haben und nichts falsch machen wollen.Wir spritzen zweimal täglich Insulin.Unser Fiete wiegt 7,95kg und ist 15 Jahre alt.
    Liebe Grüße
    Barbara Kurth

    Antworten
    • Hallo Barbara,
      alle Vitamine B, die dein Hund vermehrt braucht, sind in unserem Vitamin B – Komplex für Hunde drin. Ich habe es gerade mal verglichen. Mit Vit B kannst du bei Diabetes gar nix falsch machen. Für Fiete drücke ich die Daumen, dass er noch eine schöne lange Zeit hat.

      LG Carola vom tie-ges-Team

      Antworten
  2. Guten Morgen liebes Team,
    Eigentlich wollte ich eine Frage stellen.
    Ihre B-Vitamine ist sehr interessant und ich würde gerne wissen bevor ich sie bestellen werde.
    Mein Hund wiegt ca.5kg soll er eine ganze Tablette bekommen oder nur eine halbe?
    Würde mich freuen wenn ich eine Antwort erhalte.
    Freundliche Grüße
    Petra Kolbe

    Antworten
    • Hallo Petra,

      ich hatte ja direkt per Mail schon geantwortet. Pro 10 Kilo Körpergewicht wird eine Tablette empfohlen. Also sollte ein 5 Kilo Hund eine halbe bekommen. Das Teilen der Tabs ist aber vollkommen easy, denn sie sind extra mit einer Bruchrille ausgestattet.

      Bei Fragen gerne melden!

      LG

      Martina

      Antworten
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