Parvovirose – gruselig

Ihr habt es ja mitbekommen, Nele und Sasha sind schwer erkrankt. Sie haben sich irgendwo den gefürchteten Parvovirus eingefangen. Heute geht es ihnen wieder gut, aber aus gegebenen Anlass haben wir uns mal eingehender mit dieser gruseligen Krankheit beschäftigt und möchten euch natürlich an unserem frisch gewonnenen Wissen teilhaben lassen.
Natürlich gibt es im Netz unzählige Seiten darüber, aber mal ehrlich, googelt ihr nach einem Virus der euch und eurem Hund vermeintlich nichts anhaben kann? Wir haben das nicht, waren in dem Glauben unsere drei Mädels sind ja geimpft, also alles paletti. Ein Irrtum wie wir heute wissen.

Mir is soo schlecht
Mir is soo schlecht

Der Parvovirus, ein zäher Geselle

In den siebziger Jahren gab es eine erste vernichtende Epidemie, an der zigtausende Hunde starben. Damals gab es noch keinen Impfstoff gegen diesen Virus, den Parvovirus.
Parvovirose beim Hund, übersetzt: Hundeseuche, ist eine hoch ansteckende Infektionserkrankung. Ausgelöst wird sie durch Viren aus der Familie der Parvoviridae.
Zum heutigen Stand sind drei Parvoviren bekannt, welche bei Hunden die gefürchtete Parvovirose auslösen. Die teuflichen Erreger werden über Erbrochenem sowie Speichel und natürlich Kot ausgeschieden. Kaum vorstellbar, bleiben die Parvoviren bis zu sechs Monaten außerhalb des Körpers ansteckend. Also da wo der infizierte Hund gespuckt oder geschi…. hat, können sich in den nächsten sechs Monaten etliche andere Hunde noch anstecken. Die Parvoviren sind nahezu unverwüstlich, selbst Desinfektionsmittel können ihnen nicht den Garaus machen.
Infiziert sein kann theoretisch jeder Hund, jedoch zeigen sich bei nur zehn Prozent aller infizierten Hunde auch Symptome. Alle anderen Hunden scheiden den Erreger jedoch ihrerseits über den Kot aus und hinterlassen somit ebenfalls eine hoch ansteckende Quelle des Übels. Sie selber bilden Antikörper und sind somit für zwei bis drei Jahre immun gegen die Hundeseuche.
Übrigens, diese hoch ansteckende Viruserkrankung, verläuft bei ungeimpften  Hunden sehr oft in kürzester Zeit tödlich.

Glück gehabt, keine Dogge geworden
schnell wieder gesund werden

Der symptombelastete Hund hat seinerseits nun schwer zu kämpfen, er erbricht sich häufig, hat meist hohes Fieber und schleimigen bis blutigen Durchfall. Er ist schwach, verweigert die Nahrung und sogar Wasser. Durch das häufige Erbrechen sowie den Durchfällen (im 10 Minuten-Takt), verliert er in kürzester Zeit extrem viel Wasser und beginnen schnell zu dehydrieren.
Ist der Hund nicht geimpft, so kann er nur hoffen, dass sein Besitzer blitzschnell erkennt woran er leidet (eher unwahrscheinlich), denn sonst steht es ebenso schnell für die Fellnase auf Messers Schneide.
Aber auch geimpfte Hunde können sich infizieren, jedoch ist ihre Überlebenschance um vieles höher, sprich es endet eher selten tödlich.
In jedem Fall sollte ein symptombelasteter Hund möglichst schell in die nächste Tierklinik, allein schon deshalb um einer kompletten Dehydrierung vorzubeugen, sprich den Hund an den Tropf zu hängen. Auch medikamentöse Therapien mit Gaben über den Tropf sind angezeigt.
Es beginnt ein Bangen und Hoffen, ich wünsche das keinem Hundebesitzer, auch nicht den vielen Impfgegnern.

Symptome der Parvovirose beim Hund

Die Hauptsymptome, die mit der Darmform einer Parvovirus-Infektion des Hundes assoziiert werden, sind unter anderem:

Schwere, blutige Diarrhöe
apathisches Verhalten
Fieber
Erbrechen, teilweise mit Blut
Starker Gewichtsverlust

Die Darmerkrankung beeinflusst die Fähigkeit des Körpers, Nährstoffe aufzunehmen. Ein betroffener Hund dehydriert unfassbar schnell, was zu einer rasanten Schwächung führt. Das Tier kann kaum noch Flüssigkeit und Proteine aufnehmen, geschweige denn verwerten.  Die Schleimhaut im Maul- und Augenbereich kann sich merklich rötlich verfärben und häufig ist der Herzschlag beunruhigend schnell. Berührungen am Bauch können durchaus schmerzhaft sein und als weiteres Symptom gilt eine zu niedrigere Körpertemperatur.

Die Ursache

Die meisten Fälle der Parvovirose werden durch eine genetische Veränderung des ursprünglichen Hundeparvovirus verursacht: das Hundeparvovirus Typ 2b. Es gibt eine Vielzahl von Risikofaktoren, die die Anfälligkeit eines Hundes für die Krankheit erhöhen können. Hauptsächlich wird das Parvovirus entweder durch direkten Kontakt mit einem infizierten Hund oder indirekt über den fäkal-oralen Weg verbreitet.

Wenn ein gesunder Hund am Kot eines infizierten Hundes schnüffelt, kann er sich anstecken. Das Virus kann auch über Schuhe, die mit infiziertem Kot in Berührung gekommen sind, in die Umgebung des Hundes gebracht werden. Es gibt Hinweise darauf, dass das Virus bis zu einem Jahr überleben kann. Es ist beständig gegen die meisten Reinigungsmittel und auch Witterungseinflüsse können ihm nichts anhaben.

Einen mit Parvoviren kontaminierten Bereich zu reinigen, ist nicht ganz so einfach, da die Viren unfassbar hartnäckig sind. Eines der wenigen Mittel, die den Parvovirus sicher abtöten, sind Haushaltsbleichlaugen.

Ein unsachgemäßes Impfprotokoll und Impfversagen können ebenfalls zu einer Infektion führen. Besonders gefährdet sind Zuchtstätten und Hundehütten, in denen eine große Anzahl von unzureichend geimpften Welpen untergebracht sind. Aus unbekannten Gründen sind bestimmte Hunderassen wie Rottweiler, Doberman Pinschers, Pit Bulls, Labrador, Retriever, Schäferhund, Spaniel und Alaska Schlittenhunde besonders anfällig für die Krankheit. Auch Hundekrankheiten oder medikamentöse Therapien, die die normale Reaktion des Immunsystems unterdrücken, können die Infektionswahrscheinlichkeit erhöhen.

Diagnose des Parvovirus bei Hunden

Die Erkrankung wird mit einer körperlichen Untersuchung, biochemischen Tests, Urinanalyse, Bauchröntgenaufnahmen und Bauchultraschall diagnostiziert. Ein chemisches Blutprofil und eine vollständige Blutkörperchenzählung werden ebenfalls durchgeführt. Niedrige Werte der weißen Blutkörperchen deuten auf eine Infektion hin, insbesondere in Verbindung mit blutigem Stuhlgang.

Biochemische Analysen und Urinanalysen können erhöhte Leberenzyme, Lymphopenie und Elektrolyt-Ungleichgewichte aufdecken. Röntgenaufnahmen können einen Darmverschluss nachweisen, während ein abdominaler Ultraschall vergrößerte Lymphknoten in der Leiste oder im ganzen Körper und flüssigkeitsgefüllte Darmabschnitte zeigen kann.

Für die Diagnostik ist es wichtig, dass dem Tierarzt alles erzählt wird – von der jüngsten Aktivität bis hin zum Auftreten der ersten Symptome. Bestenfalls packst du eine Probe vom Kot oder vom Erbrochenen eine, so kann der Tierarzt diese Proben für den mikroskopischen Nachweis des Virus verwenden.

Ist Parvovirus behandelbar?

Da es sich bei der Krankheit um eine Virusinfektion handelt, gibt es keine wirkliche Heilung. Die Behandlung mit dem Parvovirus konzentriert sich auf die Linderung der Symptome und die Vorbeugung von sekundären bakteriellen Infektionen. Intensive Therapie und Systembetreuung sind der Schlüssel zur Genesung. Die intravenöse Flüssigkeits- und Ernährungstherapie ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der normalen Körperflüssigkeit eines Hundes nach schwerer Diarrhöe und Dehydrierung.

Zudem werden die Protein- und Elektrolytwerte überwacht und bei Bedarf reguliert. Zu den Medikamenten, die in der Behandlung eingesetzt werden können, gehören Medikamente zur Eindämmung von Erbrechen (Antiemetika), H2-Blocker zur Reduzierung von Übelkeit, Antibiotika und Anthelmintika zur Bekämpfung von Parasiten.

Die Überlebensrate bei Hunden liegt bei etwa 70 Prozent, aber der Tod kann manchmal durch schwere Dehydrierung, eine schwere sekundäre bakterielle Infektion, bakterielle Toxine im Blut oder eine schwere Darmblutung verursacht werden. Bei Welpen ist die Prognose geringer, da sie ein weniger entwickeltes Immunsystem haben. Es ist leider oft so, dass ein mit dem Parvovirus infizierter Welpe einen Schock und einen plötzlichen Tod erleidet.

Parvovirus überstanden – die Nachsorge

Selbst nachdem ein Hund von einer Infektion mit dem Parvovirus erholt hat, hat er immer noch ein geschwächtes Immunsystem und ist anfällig für andere Krankheiten. Sprich mit deinem Tierarzt über Möglichkeiten, wie das Immunsystem des Hundes gestärkt werden kann. Zudem sollte der Hund vor krankmachenden Situationen geschützt werden. Setze dich also in der Tierarztpraxis nicht direkt neben einen offensichtlich erkälteten Hund.

Ein Hund bleibt auch nach der ersten Genesung noch mindestens zwei Monate lang ein Ansteckungsrisiko für andere Hunde. Deswegen solltest du deinen Hundefreund von anderen Hunden für einen bestimmten Zeitraum isolieren. Reinige alle Gegenstände, die der Hund benutzt (z.B. Geschirr, Spielzeug) mit ungiftigen Reinigungsmitteln. Die Genesung bringt eine langfristige Immunität gegen das Parvovirus mit sich, aber es ist keine Garantie dafür, dass Ihr Haustier nicht wieder mit dem Virus infiziert wird.

Vorbeugung von Parvo bei Hunden

Die beste Vorbeugung gegen eine Parvovirose-Infektion ist die Impfung. Junge Welpen sollten im Alter von sechs, neun und zwölf Wochen geimpft werden und erst mindestens zwei Wochen nach der letzten Impfung mit Außenhunden sozialisiert werden. Bei Hochrisikorassen kann eine längere Impfzeit von bis zu 22 Wochen erforderlich sein. Auch erwachsene Hunde sollten unbedingt gegen Parvovirose geimpft sein, die Überlebenschance erhöht sich bei einem geimpften Hund deutlich.

Nele und Sasha

Unsere zwei Mäuse hat es voll erwischt. Dank dem Umstand, dass wir keine Impfgegener sind, ist bei uns alles was so kreuscht und fleuscht zu jeder Zeit vollständig geimpft.
Dennoch …….. beiden ging es wirklich schlecht. Ständiges Erbrechen und dann diese Extremdurchfälle, quasi im Minutentakt, bis hin zu blutig-schleimigen-wässrigen Durchfall. Was ist das?
Recht schnell erinnerte mich das alles an einen tragischen Vorfall vor vielen Jahren, es war wie ein Déjà-vu.  Meine Tochter hatte eine Hündin und ließ sie aus Geldmangel nicht impfen (ich war damals stinkesauer, weil sie es mir nicht gesagt hat, ich hätte das gerne bezahlt). Ihr Zweithund war geimpft und somit im Vorteil. Also was passierte? Beide Hunde infizierten sich mit dem Parvovirus, während Uncas zwar geschwächt und abgemagert überlebte, verstarb Buffy innerhalb einer Nacht. Der Virus fraß sie von innen regelrecht auf.
Die Symptome der beiden waren die gleichen, welche nun Nele und Sasha hatten, mir war sehr schnell bewusst, was hier läuft und so habe ich entsprechend schnell gehandelt.
Nele hat sich erstaunlich schnell erholt, obwohl sie schon fast 11 Jahre alt ist hat sie das ganze Prozedere gut weggesteckt. Sasha hingegen hat in nur einer Nacht 1,1 kg an Körpergewicht verloren. Wenn man das auf ihr geringes Körpergewicht berechnet, wäre das so als wenn ich in einer Nacht 30 kg an Körpergewicht verloren hätte. Unfassbar!!!
Sie schlafen halt viel, wirken fast schon apathisch.

Ich will nur schlafen, schlafen, schlafen..
Ich will nur schlafen, schlafen, schlafen..

Nicht geimpfte Hunde

Leider gibt es weltweit unzählige Impfgegener, nicht nur bei den eigenen Nachkommen, auch bei Hunden und Katzen ist sie sehr verbreitet.
Ja, es gibt Risiken, was die Impfung selbst und auch den Impfstoff betrifft, dennoch …… meiner Meinung nach, ein überschaubares Risiko. Ich frage mich auch, woher nehmen denn die Impfgegner ihr Wissen, über das Pro und Contra einer Impfung, wogegen auch immer? Ein Arzt wird einem niemals von einer Impfung abraten und er hat sein Wissen studiert. Haben alle Impfgegner auch studiert? Und wenn ja, was war in ihrem Studium anders, damit sie zu dem Schluss kommen impfen ist “gefährlich”?
Wären unsere Mäuse nicht geimpft gewesen……….. ich will das gar nicht wissen!
Denn…….
trotz der blitzschnellen Einleitung einer symptomatischen Behandlung, bleibt der voraussichtliche Verlauf dieser Virusinfektion für den Hund mäßig bis zweifelhaft.
Aber auch wenn es der ungeimpfte Hund überlebt kommt es oft zu einer Herzmuskelentzündung, welche zu Spätfolgen führen kann, denn der Herzmuskel ist beschädigt.

Oh mann, hoffentlich hört das bald auf
Oh mann, hoffentlich hört das bald auf

Die Impfung

Sie tut nicht wirklich weh, nur ein kleiner Pieks, das kann jeder noch so kleine Hund locker wegstecken.
Ich will hier keine wissenschaftliche Abhandlung schreiben, darüber gibt es im Netz genug zu lesen (wer sich dafür interessiert), nur soviel: “Wichtig ist eine sogenannte Grundimmunisierung, um einen vollständigen Schutz für den Hund zu gewährleisten”.
Die Meinungen zum Thema “impfen” sind immens vielfältig.
“So früh wie möglich impfen”? Das ist umstritten.
“Erst später impfen”? Auch das ist umstritten.
“Oder besser gar nicht impfen”? Hierzu scheiden sich die Gemüter extrem.
Viele verschiedene Menschen, viele verschiedene Meinungen, und jeder kann seine Meinung auch noch begründen, wie soll man sich da entscheiden?
Am besten nach dem eigenen Bauchgefühl gehen, denn wenn man viel fragt, bekommt man eben auch viele verschiedene Antworten.

Ich will das alles gar nicht wissen…
…. ich bin Impfbefürworter und werde alle Viecher, die in meine Hände geraten impfen lassen. Punkt!!
Einzig wichtig ist: wenn impfen, dann bitte darauf achten, dass der Hund gut entwurmt ist, denn bei einem verwurmten Hund ist die Wirkung des Impfstoffes deutlich niedriger.

Sind eure Hunde geimpft? Oder gehört ihr vielleicht zu den Impfgegnern? Eure Meinung ist uns wichtig, schreibt einen Kommentar, wie ihr über das Thema “Impfen” denkt. Wir freuen uns über freundlich-sachliche Diskussionen.

Carola
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