Juckreiz beim Hund – 6 Gründe für das Kratzen und Lecken

Juckreiz beim Hund kann mitunter abstruse Formen annehmen. Dauerndes Gekratze, ständiges Lecken an sich selbst oder etwa im Falle einer Ohrenentzündung ewiges Kopfschütteln. Falls das dir bekannt vorkommt, tröste dich: Unglaublich viele Hunde leiden darunter. Teilweise gibt es dazu eine Diagnose, teilweise scheint es eine Art Manie zu sein. Nele, meine alte Hundedame würde am liebsten den lieben, langen Tag an ihren Vorderbeinen rumschlecken. Teilweise so schlimm, dass wir ihre Beinchen nach Rücksprache mit dem Tierarzt mit Propolis eingepinselt haben.

In diesem Beitrag geht es aber nicht um Propolis, sondern um Juckreiz beim Hund. Es gibt sechs Hauptgründe für ständiges Kratzen, Kopfschütteln oder sich-selbst-ablecken. Diese beleuchten wir in diesem Beitrag von allen Seiten. Schön, dass du hier bist! 

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Es gibt Hunde, die toben draußen herum, buddeln im Dreck, baden sich in Schlammpfützen, fressen, was ihnen vor die Schnute kommt oder stecken ihre Nase in Dinge, die sie nichts angehen. Das alles bleibt völlig folgenlos, auch auf die Haut und das Fell. Andere Hunde wiederum werden ganz gesittet ausgeführt, bekommen ausschließlich das beste und gesündeste Futter – und haben eine Hauterkrankung. Wie geht das zusammen? Das bringt uns wieder auf die sechs Hauptgründe zurück, die wie folgt kategorisiert werden können: 

  • durch Umwelteinflüsse
  • Ernährungsphysiologie
  • Parasitär
  • Allergisch
  • Neurologisch
  • Infektiös

Somit erklärt sich von selbst, dass Hauterkrankungen eine der schwersten Diagnosen überhaupt für Tierärzte darstellen. Denn selbst wenn sich recht schnell herausstellt, es könnte eine Allergie sein, bleibt immer noch die Frage: Welche? Juckreiz beim Hund bietet ein ganzes Spektrum an Möglichkeiten, die ganze Lehrbücher füllen. Deswegen können wir hier auch nur relativ allgemein auf die einzelnen Kategorien eingehen, wobei die Grenzen fließend sind.  

Es versteht sich von selbst, dass ernste Erkrankungen des Hundes in tierärztliche Hände gehören! Dieser Artikel dient der reinen allgemeinen Information über Juckreiz beim Hund – der Tierarzt klärt über die richtige Behandlung auf den Patient zugeschnitten auf. 

Gründe für Juckreiz beim Hund

  • atopische Dermatitis (Umweltallergie)

Hunde, die an einer Umweltallergie leiden, zeigen tatsächlich oft als einziges Symptom Juckreiz. Manche tierischen Patienten bekommen noch einen Ausschlag oder es kommt gar zu Haarausfall. Hunde mit einer Umweltallergie sind im Allgemeinen körperlich fit, stecken voller Lebensfreude und fressen ganz normal. Häufig resultiert eine Umweltallergie aufgrund einer Empfindlichkeit gegen bestimmte Rasengräser oder diverse Wildpflanzen, etwa Disteln. 

Weiter können andere Umweltreize zum Juckreiz führen, etwa Feuchtigkeit. Regen, See- oder Pfützenwasser gelangt auf die Haut, auf der sich vielleicht bereits eine winzige, eigentlich nicht sichtbare Wunde befindet. Die in dem Wasser (Schlamm) lebenden Bakterien dringen sofort in diese kleine Wunde ein und es kommt zu entzündlichen Hautirritationen. Hier ist die Grenze – wie schon angesprochen – zur infektiösen Dermatitis fließend. Das Symptom ist häufig zuerst einfach nur Juckreiz beim Hund.

Zur Hautpflege: 

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Bakterien & Co

  • Infektiöse Dermatitis

Haben Keime ihre “Finger im Spiel”, kann es zu Hautproblemen wie Juckreiz mit all seinen unangenehmen Folgen kommen. Dazu zählen dann Bakterien, Pilze, aber auch Hefeorganismen. Pilzinfektionen wie die Dermatophytose kommt sogar relativ häufig vor. Die Fadenpilze (Hyphomycetes) wie etwa die Art “Microsporum canis” lösen diese Hauterkrankung aus. Die Besonderheit dieser Pilzform: Sie ernährt sich von Kohlenhydraten und Keratin. Sie führt zu einem kreisrunden Haarausfall, der aber häufig nicht juckt. 

Infektionen mit Hefeorganismen lassen sich relativ leicht an ihrer fettigen und deutlich “duftenden” Symptomatik erkennen. Das liegt schlicht daran, dass die Haut versucht, den Feind loszuwerden und vermehrt Histamin aussendet. Das wiederum kann zu weiteren Entzündungsherden, noch größerem Juckreiz bis hin zu Zellschädigungen führen. 

Bakterien können zwar auch zu einer infektiösen Dermatitis und somit zu Juckreiz führen, allerdings kommt das eher selten vor. Auf der gesunden Haut leben Millionen Bakterien, die für ein ausgewogenes Gleichgewicht der Hautflora sorgen. Gerät dieses Gleichgewicht durcheinander – etwa durch die Gabe von Antibiotika – kann es zu einer Infektion kommen. Auch ein Abszess bildet sich gerne, wenn eine Bakterienart gegenüber den anderen die Oberhand gewinnt. 

Das große Problem bei den bakteriellen Infektionen auf der Haut stützt sich auf den lokal begrenzten Juckreiz. Die meisten Hunde lecken kontinuierlich an der Stelle herum, was dazu führen kann, dass sich die Infektion auf eine andere, bis dato gesunde Hautstelle übertragen kann. 

Zeckengefahr

Zecken und Flöhe als Auslöser?

  • Parasitäre Dermatitis – Zecken und Flöhe

Die meisten denken bei einem sich kratzenden Hund an Flöhe. Diese Biester sind übrigens recht schnell zu erkennen: Die Größe einer Stecknadel, dunkel und flügellos sausen sie über den Hundekörper. Flöhe lassen sich allerdings vergleichsweise leicht eliminieren. Zu den parasitären Auslösern gehören natürlich auch Zecken, obwohl der Zeckenbiss eher selten zu Juckreiz oder allergischen Reaktionen führt. Dafür haben Zecken ganz andere Kaliber im Gepäck, hier findest du einen Artikel über Borreliose, meist ausgelöst durch die ekligen Viecher. 

Milben hingegen können einen immensen Juckreiz auslösen. Sie führen beispielsweise zu Erkrankungen wie Räude oder Krätze und machen es Tierärzten oft nicht einfach. Auch die berühmte Demodikose-Milbe fällt unter die Kategorie Milben als Auslöser. Die Parasiten leben und vermehren sich direkt unter der Hautoberfläche in den Haarfollikeln.

  • Allergische Dermatitis

Dieses Thema lässt sich nicht in wenigen Sätzen abhandeln. Zu einer Allergie kann so ziemlich alles führen: Nahrungsmittel, Medikamente, Substanzen aus der Natur, Hautbakterien, Staub und, und, und. Es können Schimmelpilzsporen sein, Teppichfasern, Hausstaubmilben, Zierpflanzen, deine Körperlotion oder das Waschmittel, das du benutzt. 

Allergene entstehen, wenn das Immunsystem überreagiert. Normalerweise erkennt das Abwehrsystem den Unterschied zwischen Freund und Feind. Bei einer Überreaktion bekämpft das Immunsystem einen vermeintlichen Feind, ohne das es einen Grund dafür gibt. Hier gilt es natürlich, beim Tierarzt den Auslöser für die Allergie festzustellen. Eine Heilung für eine Allergie gibt es faktisch nicht. In Einzelfällen kann eine Desensibilisierung helfen, die Allergie einzudämmen, alternativ bleibt nur der Verzicht auf das Allergen. 

Futter?

  • Ernährungsdermatitis

Juckreiz beim Hund durch Futter? Ja, auch das kann sein. Jede einzelne Körperzelle ist auf bestimmte Nährstoffe angewiesen. Manche Substanzen in der Nahrung dienen auch nur als Transportmittel und einige funktionieren nur im gemeinsamen Zusammenspiel, wie etwa bestimmte Vitamine. Fehlt ein Mikronährstoff, muss der Organismus kompensieren. Da die Funktion der lebenswichtigen Organe keinesfalls eingeschränkt werden darf, sucht sich der Körper sozusagen Bereiche, die er vernachlässigen kann. In Einzelfällen kann das die Haut sein. Auch hier gilt es natürlich herauszufinden, welches Nahrungsmittel fehlt oder eine Allergie auslöst. 

Schwierige Diagnose für das Gekratze

  • Neurogene Dermatitis

Juckreiz beim Hund kann durch neurologische “Störungen” verursacht werden. So etwa das sogenannte “feuchte Ekzem”, auch als Hotspot bezeichnet (medizinisch: akute, feuchte Dermatitis). Es verläuft unter Umständen wie ein Albtraum: Am Abend räkelt sich der Hund voller Müdigkeit zufrieden in seinem Körbchen zusammen, am nächsten Morgen klafft eine haarlose, offene Hautstelle irgendwo an seinem Körper und versetzt Frauchen und Herrchen in einen Zustand des Schreckens. Hier liegt die Ursache im eigenem Ablecken. Der Hund schlabbert solange an einer Stelle herum, bis die Haut fast schon abgetragen ist. 

Die Ursache ist sehr schwer zu finden. Häufig liegt sie in Trennungsängsten, Langeweile, Frust oder Stress, aber auch hin und wieder an körperlichen Umständen, wie etwa eine winzige Wunde, die das Interesse des Hundes weckt. Wie eingangs erwähnt, neigt auch unsere alte Nele dazu, sich stundenlang am Vorderbein abzulecken, wenn wir es nicht verhindern. Seit wir Propolis nutzen, macht sie es zum Glück nicht mehr. 

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Fazit

Juckreiz beim Hund ist keine Diagnose, es ist ein  schrecklicher Zustand, der so schnell als möglich beendet werden muss. Auch wenn es dauert, die richtige Diagnose zu stellen – ohne tierärztliche Hilfe kommt man hier nicht weiter. Für Hunde, die einfach ab und an ein Problem mit der Haut haben und sich deswegen kratzen, wäre es eine Überlegung, sie an dem juckenden Bereich mit Hanföl oder einer Propolissalbe einzureiben. Das aber erst, wenn der Tierarzt eine schwere Haut- oder sonstige Erkrankung ausgeschlossen hat. (Hier gehts zu Juckreiz bei Wikipedia)

Wichtig!
Alle bereitgestellten Informationen auf hundepfote.org sind ausschließlich informeller Natur. Sie ersetzen keineswegs den Tierarzt!

 

Martina Pfannschmidt
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Martina gehört zur Spezies “wissenschaftsorientiert” und weiß einiges über die sogenannte “Phytotherapie”, also die Pflanzenheilkunde – die im Übrigen nix mit der Homöopathie zu tun hat. Die meisten Texte bezüglich Gesundheit, Krankheiten, Heilpflanzen und Naturstoffe stammen aus ihrer Feder. Alle Texte werden zudem regelmäßig durch eine Tierärztin geprüft.

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