Barfen

Lecker Salat...

Jeder Hundebesitzer strebt nach der optimalen Ernährung für seinen Hund. Doch was ist die “optimale Ernährung”? Trockenfutter? Nassfutter? Oder das sogenannte Barfen?

Natürlich Füttern

Barfen ist eine gesonderte Fütterungsform. Der Begriff “B.A.R.F.” steht für “bones and raw food” – zu deutsch “Knochen und rohes Futter”. Barfen bedeutet letztendlich, dass der Hund ausschließlich ungekochtes Futter erhält. Es setzt sich beispielsweise aus rohem Frischfleisch, püriertem Obst und Gemüse zusammen. Dabei besagt eine Regel, dass die Futterration pro Tag zwischen zwei und drei Prozent des Körpergewichtes liegen soll. Zudem besteht eine Portion aus 25 Prozent Gemüse beziehungsweise Obst und einem 75-prozentigen Fleischanteil.

Fleisch ist der Hauptbestandteil beim Barfen.
Fleisch ist der Hauptbestandteil beim Barfen.

Wenn ihr einen begeisterten B.A.R.F.-Fan nach seiner Meinung fragt, wird er euch erklären, dass sein Hund durch diese Ernährungsform ein glänzenderes Fell und ein sauberes Gebiss als seine Artgenossen hat. Zudem zeige sich eine deutlich gesteigerte Fitness bei den Hunden. Aber ist es wirklich das Nonplusultra?

Meine Hunde bekommen ein gutes und solides Futter aus dem Fachhandel. Ich habe noch nie “gebarft” und möchte mich heute einmal sorgfältig mit den Vor- und Nachteilen beschäftigen.

Barfen – wie funktioniert das genau?

Es gibt ja bereits fertige B.A.R.F.-Menüs im Handel. Somit habt ihr die Wahl: Selber ran an die Buletten oder ein fertiges Menü kaufen. Da die Fütterungsform mittlerweile immer mehr Anhänger findet, gibt es natürlich auch eine stetig wachsende Zahl an Fachhändlern, die die einzelnen Komponenten der Fütterung vertreiben. Zudem gehört in einen “barfenden” Haushalt ein scharfes Messer, ein Fleischwolf, ein Mixer oder Pürierstab und Putzmittel in Hülle und Fülle.

Lecker Salat...
Lecker Salat…

Wenn ich mich für das Barfen entscheide, stünde vor der ersten Futtergabe der Besuch bei einem Tierfacharzt für Ernährung an. Zuvor würde ich mir die verschiedenen Berechnungen im Internet anschauen, damit ich wenigstens eine grobe Vorstellung über die Futtermenge hätte.

Viele Tierärzte haben gewisse Zweifel an dieser Fütterungsform:

Das rohe Fleisch kann Krankheitserreger – etwa Salmonellen – enthalten, was zu schweren Durchfällen führen kann. Die Lösung: absolute Hygiene und Sauberkeit  -→ also machbar und eigentlich selbstverständlich.

Rohes Schweinefleisch kann die Erreger der sogenannten Aujeszky-Krankheit beinhalten. Diese Erkrankung basiert auf einem Virus und verläuft im Normalfall für einen Hund tödlich.  -→  Lösung: Kein Schweinefleisch beim Barfen.

Knochen sind ein Bestandteil beim Barfen. Einige Tierärzte verweisen darauf, dass Hunde nicht zu viel an Knochen fressen sollten. Zudem besteht die Gefahr, dass Knochen splittern, was wiederum zu inneren Verletzungen führen könnte.  -→  Lösung: Ein sorgfältig ausgewähltes Substitut oder gewolfte Knochen.

Sind Hunde reine Fleischfresser?

Manche Tierärzte verweisen darauf, dass beim Barfen oftmals zu viel Fleisch gefüttert wird. Es ist zwar richtig, dass Hunde grob gesagt, zu den Fleischfressern gehören, doch generell sind es eigentlich “Beutefresser”. Sie verputzen ihre Beute mit Haut und Haar, mit Magen- und Darminhalt. Somit vertilgen Hunde durchaus auch Pflanzenreste der erlegten Beute. Eine zu fleischlastige Ernährung kann durchaus der Gesundheit schaden, denn sie weist einen zu hohen Eiweiß- und Phosphorgehalt auf. Zudem fehlen im Fleisch die nötigen Ballaststoffe – auch wenn das einige Hundebesitzer toll finden, denn der Hund setzt seltener Kot ab. Doch für eine gesunde und geregelte Verdauung gehören nun einmal Ballaststoffe.  –>  Lösung: Das Futter wird ausgewogen und mit Vernunft zusammengesetzt.

Ich habe in einschlägigen Foren gelesen, dass manche Hundebesitzer der Meinung sind, dass Ballaststoffe die Verdauung der Nährstoffe erschweren würden. Hier muss jedoch ganz klar unterschieden werden: Es gibt fermentierbare Ballaststoffe, etwa in Obst, Gemüse oder Zellulose. Diese Ballaststoffe beeinträchtigen die Versorgung der Nährstoffe keineswegs. Auf der anderen Seite gibt es nicht-fermentierbare Fasern, etwa Holz und Algen. Bei diesen Ballaststoffen haben die Hundehalter recht, denn diese erschweren die Nährstoff-Aufnahme.

Gemüse ist für Tier und Mensch gesund.
Gemüse ist für Tier und Mensch gesund

Jetzt geht es los

Wenn ihr auf B.A.R.F. umgestiegen seid, solltet ihr euch den Kot eures Hundes immer anschauen. Wird er zunehmend heller oder ist er gar weiß, habt ihr vermutlich zu viel Knochenmaterial verfüttert. Leidet euer  Hund unter einer Verstopfung, ist der Gang zum Tierarzt ratsam. Überhaupt solltet ihr das Blut und den Kot in regelmäßigen Abständen untersuchen lassen. So könnt ihr schnell erkennen, ob und wo Handlungsbedarf besteht.

 

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1 Kommentar zu Barfen

  1. Wir sind wieder auf trofu umgestiegen. Holgi bekam nach 2 Jahren bargen regelmäßig Sodbrennen welches nun zu einer Gastritis führte. Er mäkelt zwar noch rum nun beim trofu aber es geht ihm damit einfach besser.

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