Wie viel Wolf steckt im modernen Hund?

Bei einem Spaziergang diese Woche, kam mir ein seltsamer Gedanke…da sah ich plötzlich einen Wolf! Nein, es waren drei Wölfe!
Naja, da waren natürlich keine Wölfe, aber meine Gedanken waren bei meinen drei Hunden und ich fragte mich, wie aus “Wolf” so kleine nette Hundis werden konnten und wie “wölfich” sie eigentlich noch sind. Wenn Nele “Männchen” macht, Amy mal wieder nur am “rumzicken” ist und Sasha ihre üblichen “Kaspereien” macht, kann ich nicht glauben, dass diese Hunde auch nur im entferntesten etwas mit einem Wolf zu tun haben sollen. Wie war das damals?

Der Wolf und seine Geschichte

Vor etwa 50 Millionen Jahren begann die Geschichte des heutigen Wolfes. Damals war er jedoch nur ein wieselartiges Wesen, das etwas größer als eine Ratte war. Sein Name: “Miacid”.
Die Entwicklung ging dann in Richtung insektenfressendes Säugetier. Es entstanden zwei Geschöpfe aus “Miacid”. Vor etwa 20 Millionen Jahren entsprangen einerseits katzenähnliche Wesen aus ihm und zum anderen der Canines. Sie waren wolfsähnliche Wesen und es gab sie in verschiedenen Arten. “Canis dirus” war einer der früheren Wolfsarten, auch als der “schreckliche Wolf” bekannt. Er war größer als der “graue Wolf”, den es seit ungefähr einer Millionen Jahre gibt. Während der “Canis dirus” dann aus Mangel an Nahrung verschwand, setzte der “graue Wolf” seinen Weg fort und kam vor ca. 750.000 Jahren in Nordamerika an. Ähnlich dem Menschen durchwanderte der “graue Wolf” die nördliche Hemisphäre. Neben dem Menschen war dies die größte natürliche Wanderung eines Säugetieres.
Wie es zur Domestizierung des Wolfes zum Haushund kam ist leider unbekannt. Aber das der Haushund vom Wolf abstammt ist nachgewiesen. In einigen Rassen ist das auch deutlich erkennbar. Wie beispielsweise der Husky, der Samojede, der Alaskan Malamute oder der Akita, um nur einige zu nennen. Auch am heutigen Schäferhund lässt sich der Wolf gut erkennen. Einer der Gründe, warum er gerne mit einem “echten Wolf” gepaart wird, um dann einen “Hybriden” zu bekommen. Kein ungefährliches Spiel mit der Natur! Aber das ist heute nicht unser Thema.
Gerade bei den Rassen, deren Ähnlichkeit mit dem Wolf recht groß ist wird oft angenommen, dass diese enger mit dem Wolf verwand sind. Das ist jedoch falsch.

 Wie wurde der Wolf zum Hund?

Mensch und Wolf waren, aufgrund ihrer sozialen Strukturen, einmal größte Konkurrenten. Wie kam also der Mensch dazu sich den Wolf als Begleiter auszusuchen? Ganz einfach: Überall wo der Mensch war, waren auch Wölfe. In der nördlichen Hemisphäre waren sie die am verbreitetsten Säugetiere. Man versuchte sich aus dem Weg zu gehen und gegenseitig zu respektieren. Doch zeitweise dienten sie sich auch gegenseitig als Nahrung. Es ist ungeklärt wie es letztlich zur Domestizierung des Wolfes kam. Die einen sagen, dass der Wolf sich vielleicht sogar selbst domestiziert hat, die anderen vermuten, dass sich die Frauen, in der Steinzeit, die frisch geborenen Wolfswelpen aneigneten, sie säugten und somit an sich banden. Es ist ein Fakt, dass Raubtiere soziale Wesen sind und sich deshalb geeignet sind, sich dem Menschen anzuschließen. Aufgrund der ähnlichen sozialen Strukturen dieser beiden Spezies, war die Eingliederung des Wolfes in die Familie des Menschen recht unkompliziert. Der Wolf half ihnen bei der Jagd und beschützte sie auch vor seinesgleichen. Er wurde so zum treuen Begleiter des Menschen und in Laufe der Jahrtausende entwickelte er sich zum Haushund. Viele verschiedene Züchtungen führten letztlich zu verschiedenen Rassen. Indes ist es bis heute ungeklärt, wie es genau zu den etwa 350 verschiedenen Rassen kam.

Spielende Wölfe?
Spielende Wölfe?

Wie viel Wolf steckt noch heute im Hund?

Tatsache ist, dass sich die DNA des Wolfes verglichen mit der des Hundes kaum unterscheidet. Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass Wildtiere über eine geringere “Rekombinationsrate” (Neuanordnung von Erbmaterial in Zellen, welche zu einer neuen Kombination von Genen und Merkmalen führt) ihrer DNA verfügen als Haustiere. Nun haben das Senckenberg Forschungsinstitut zusammen mit Wissenschaftlern aus Spanien, Schweden und den USA diese Annahme wiederlegt. Die Studie zeigte deutlich, dass es genau umgekehrt sei. Haustiere verfügen über eine deutlich geringere Rekombinationsrate als Wildtiere. Während der Wolf in all den Jahrtausenden sein Aussehen und Verhalten kaum änderte, veränderte sich der Hund doch extrem.
Ein bislang ungelöstes Rätsel, für deren Lösung noch einige Studien ins Land gehen mögen.
Wir wissen aber nun doch ein bisschen mehr über unsere “fellnasigen” Lieblinge: Einer wie der andere, sind sie alle “Wölfe!

Er ist also wieder da, der Wolf!

Kaum ist er gesichtet und kaum hat er sich in der einen oder anderen Region wieder niedergelassen, ertönt vielerorts der Ruf: “Er muss wieder verschwinden”!
Natürlich verstehe ich die vielen Viehzuchtbetriebe, dass sie es nicht so “gerne” sehen, wenn sich Wölfe ihr Vieh holen. Aber heute gibt es Programme zum Erhalt der Wölfe und zum Schutz des Zuchtviehs. Wer Hilfe sucht, wird sie auch bekommen.
Die meisten Menschen haben aber heutzutage keinen Schrecken mehr vor Wölfen. Das Gegenteil ist meist der Fall. Der Wolf ist ein geheimnisvolles Wesen mit einer tragischen Vergangenheit. Das Bild des “bösen Wolfes” hat sich gewandelt. Er ist an vielen Standorten wieder ein gern gesehener Räber, der dem Menschen aus dem Weg geht und die Überbestände des Großwildes wieder in die Schranken zu weisen hilft.     

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