Die Pubertät beim Hund

Die Pubertät beim Hund? Hm…, vielleicht hast du ältere Kinder und erinnerst dich noch an deren “Flegeljahre”? Oder du seufzt derzeit mehrmals täglich innerlich auf, da ein “Pubertier” in deinem Haus sein “Unwesen” treibt? Bislang schaffte es wenigstens dein süßer kleiner Welpe immer, dich abzulenken, aufzumuntern, Ruhe bewahren zu lassen. 

Doch what the f…. ist nun plötzlich mit dem ach so süßen Welpenbaby los? Es hört nicht mehr! Es folgt nicht mehr! Es kennt seinen Namen nicht mehr! Wo ist das liebe Fellknäuel hin, dass bis gestern noch wie eine Eins auf seinen Namen hörte?
Es ist in der Pubertät – herzlichen Glückwunsch, ab jetzt wird deine Geduld geprüft. Ganz schön hart. Aus dem Welpe wurde (scheinbar) über Nacht ein Flegel, ohne Benimm, dafür mit einer gehörigen Portion “Ich-mache-was-ich-will”!

Die Pubertät beim Hund

Der Stresstest mit dem eigenen Hund kommt meist über Nacht. Am Abend geht ein knuffiges Hundebaby zu Bett, am Morgen steht ein Rüpel auf. That´s it. Die Pubertät hat deinen Hund gefangen genommen. 

Genau wie beim Mensch stellen sich die Hormone um. Der Hund wird geschlechtsreif – was allerdings nicht mit Erwachsensein gleichzusetzen ist. Dieser Prozess wird als “Adoleszenz” bezeichnet, also die letzte Phase des jugendlichen Alters. Die Pubertät beim Hund ist nur ein Teilabschnitt der Adoleszenz und sie ist geprägt von jeglichem Fehlen von Langeweile. Ein Hund in der Pubertät hat viel im Kopf – nur leider so gar nicht das, was Frauchen oder Herrchen im Kopf haben. 


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Wann beginnt die Pubertät beim Hund?

Der Zahnwechsel ist ein ziemlich sicheres Zeichen, dass nun auch die Phase der Pubertät beginnt. Er beginnt im Normalfall so ab dem 4. Lebensmonat herum – in Einzelfällen beginnt er auch mal erst im 6. oder 7. Lebensmonat – und erstreckt sich über einen Zeitraum von rund 3 Monaten. Sind alle Milchzähnchen ausgefallen und sind alle 42 Zähne durchgebrochen, ist der Zahnwechsel abgeschlossen und die Pubertät ebenfalls.

Hündin vs Rüde – woran erkennt man den Beginn der Geschlechtsreife? 

Bei der Hündin wird der Beginn der Pubertät durch die erste Läufigkeit markiert. Ein Rüde hingegen reißt plötzlich sein Bein beim Pinkeln so hoch es nur geht und er zeigt sich hochinteressiert an den Gerüchen anderer Hunde, vor allem Hundemädchen. Das Markieren setzt ein, er wird rüpeliger und eckt auch gerne mal bei anderen Hunden an. Eine kleinere Hunderasse – beziehungsweise kleinere Hunde allgemein – sind schneller mit der Pubertät fertig, größere benötigen etwas mehr Zeit, bis sie diese Phase abgeschlossen haben. Bei beiden geht es durch die Bildung eines Hormons im Hypothalamus los. 

Pubertät bei meinem Hund
Pubertät bei meinem Hund – habe ich jetzt nen Rüpel?

Wie erkenne ich die Pubertät bei meinem Hund?

  • Dein Hund scheint seinen Namen “vergessen” zu haben 
  • Beim Freilauf traut er sich deutlich weiter von dir weg als bisher
  • Hast du einen Rassehund? Dann zeigen sich so langsam die rassetypischen Charaktereigenschaften
  • Die Geschlechtsreife ist deutlich erkennbar
  • Bekannten Situationen gegenüber ändert sich das Verhalten des Hundes, vielleicht reagiert er gereizt, vielleicht auch ängstlich 
  • Häufig erscheinen pubertierende Hunde unkontrolliert und rüpelhaft
  • Aus einem ruhigen, gelassenen Welpen kann eine gestresste Fellnase werden
Pubertier

Was tun mit einem “Pubertier”? 

Die erste Regel: Ruhig bleiben! Dein Hund kann nix dafür – in seinem Gehirn geht es biologisch betrachtet drunter und drüber. Selbst der best erzogenste Welpe wird Verhaltensänderungen zeigen – der eine mehr, der andere weniger. 

Erlerntes muss nun einfach entweder “neu” erlernt oder vertieft werden. Mutiert deine Fellnase zu einem “Angsthasen”, dann unterstütze ihn, gebe ihm Sicherheit. Auf Wegen, auf denen vermeintliche Gefahr droht, gehst du mutig voraus. Schreckensszenarien begegnest du gelassen und zeigst deinem Hund somit, dass keine Gefahr droht. Lasse deinen Hund bei Angstverhalten nicht frei laufen, eine lange Leine sorgt für seine Sicherheit. 

Sollte die Fellnase Basissignale wie “Hier”, “Bleib” oder “Sitz” verlernt haben, dann übe sie mit ihm neu. Beziehe dabei immer wieder Alltagssituationen mit ein, Straßenverkehr, Forstarbeiten, Lärm in der Wohnumgebung. 

Beschäftige dich viel und intensiv mit dem Junghund – je nach seinem Talent oder seinem Interesse. Macht gemeinsame Touren durch Wald & Wiese, aber auch das gemeinsame Spiel Zuhause oder die Kuschelzeiten sind enorm wichtig. 


 

Sicherheit & Konsequenz

Dein Hund braucht dich jetzt zur Orientierung und für seine Sicherheit. Diese kannst du ihm nur durch Konsequenz geben. Heute hü und morgen hott – das verhindert ein Zurechtkommen in seiner Welt. Er wird sich dann seinen eigenen Weg suchen, mit dem Leben “fertig” zu werden und das sind gerne mal die Hunde, die später im Tierheim landen, weil sie bissig sind, sich nicht führen lassen oder sonstige Unarten an den Tag legen. Kein Hund ist von Natur aus “versaut”, das kann nur der Mensch einem Hund nahebringen. 

Lass ihn aber mit deiner Unterstützung auch “eigene Erfahrungen” sammeln. Ihn vor allen Herausforderungen des Lebens zu beschützen und wie eine “Helikopter-Mutter” über ihm zu schweben, ist der falsche Weg. Dein Hund muss nun, in der Pubertät, lernen die richtigen Entscheidungen zu treffen, dazu benötigt er jedoch die richtige Hilfestellung seines Menschen. 

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Über Martina Pfannschmidt 185 Artikel
Martina gehört zur Spezies “wissenschaftsorientiert” und weiß einiges über die sogenannte “Phytotherapie”, also die Pflanzenheilkunde – die im Übrigen nix mit der Homöopathie zu tun hat. Die meisten Texte bezüglich Gesundheit, Krankheiten, Heilpflanzen und Naturstoffe stammen aus ihrer Feder. Alle Texte werden zudem regelmäßig durch eine Tierärztin geprüft.

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