Allergie beim Hund – Bienenstich

Bienenstich-Allergie
Bildquelle: pixabay.com

Eine Allergie bei einem Hund ist nichts Außergewöhnliches – genau wie bei uns Menschen schießt das Immunsystem gerne mal über das Ziel hinaus. Im folgenden Beitrag beschäftigen wir uns mit dem Thema einer Bienenstich-Allergie beim Hund. Denn bei einer allergischen Reaktion auf den Stich eines Insektes sind unverzügliche Hilsmaßnahmen erforderlich.

Was bedeutet “Allergie beim Hund”?

Der Begriff “Allergie” stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie “eigenartige Reaktion”. Und genau das ist der Kernpunkt einer Allergie, auch bei Hunden. Der Organsimus schickt immer dann seine Antikörper und Immunzellen los, wenn etwas im Argen liegt, etwa wenn sich Rhinoviren oder feindliche Bakterienarten breitmachen wollen. Das ist eine wichtige Schutzfunktion des Organismus und von der Natur perekt ausgeklügelt gedacht. Doch manchmal kann es vorkommen, dass das Immunsystem einen an sich harmlosen Stoff als Allergen ausmacht und sofort mit allen Mitteln bekämpft.

Dabei handelt es sich meist um Substanzen, die von außen kommen – im Falle einer Bienenstich-Allergie ist es das Gift, welches Bienen zu Verteidigungszwecken injiziert. Hunde können – genau wie wir Menschen – auf alles Mögliche allergisch reagieren. Meist äußert sich eine Allergie beim Hund im typischen Juckreiz, gerne an den Ohren, wenn beispielsweise eine allergisch bedingte Ohrenentzündung vorliegt. Auch nässende Stellen im Bereich der Haut oder Veränderungen im Zehenbereich deuten auf allergische Reaktionen bei Hunden hin. So kommt es etwa häufig zu einer Futtermittelallergie, einer Flohallergie oder der Hausstaubmilbenallergie. Diese Formen einer Überreaktion lassen sich im Normalfall gut in den Griff bekommen, wenn der Tierarzt seine Diagnose gestellt hat. Etwas komplizierter wird es bei der Allergie gegen Bienengift.


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Manche Hunde reagieren auf Bienenstiche allergisch.

Die Abwehrreaktion der Bienen – tödlich, aber ungemein effektiv

Bienen sind die fleißigsten Nutztiere der Welt. Sie produzieren weit mehr als Honig, so etwa Propolis oder Bienenwachs. Die Natur rüstete sie zur Verteidigung mit einem Sekret aus, welches auf andere Organismen toxisch wirkt. Übrigens stimmt es schon, dass die Honigbiene nach einem Stich ihr Leben lässt, doch auch dabei hat sich die Natur etwas gedacht. Es wäre für ein gestochenes Tier deutlich einfacher, den ganzen Bienenkörper mit der Pfote oder Tatze “abzuwischen”. Steckt hingegen nur der Stechapparat, wird es für den Feind der Bienen deutlich schwerer, das Objekt loszuwerden.

Das Stechinstrument wird quasi aus dem Hinterleib der Biene herausgerissen und dabei treiben die ganze Zeit winzige Nervenstränge das Gift weiter und tiefer in den Körper des “Opfers”. Denn zum ausgerissenen Stechapparat gehören neben der Giftblase auch die Giftdrüsen. Und die produzieren noch eine ganze Weile weiter, obwohl sie nicht mehr mit dem Bienenkörper verbunden sind. Zudem sondert sich ein Duftstoff ab, der andere Bienen herbeilockt, die dann dabei helfen, den Feind zu vertreiben. So gesehen, überlegen es sich die natürlichen Feinde von Bienen sicher zweimal, ob sie zum Honigklau einen Bienenstock aufsuchen sollen, etwa Bären.

Sasha ist ein Allergiker gegen Bienenstiche.

Das Gift der Bienen

Die kleinen Tiere produzieren das Sekret in ihren schlauchförmigen Giftdrüsen im Hinterleib. Es handelt sich um ein Eiweißgift, welches die Biene mithilfe des mit Wiederhaken ausgerüsteten Stachel in die Haut des Feindes bohrt und sofort das Sekrte absondert. Für viele andere Insekten ist es ein tödliches Gift und wenn zwei Bienen miteinander kämpfen, ist das kein harmloses Gerangel, denn wenn die eine zusticht, stirbt diese an den Folgen – und die andere an dem Gift.

Gestochen – und nun?

Gerne liest man den Rat, man solle den Stachel mit einer Pinzette herausziehen. Doch ich persönlich kenne niemand, der beim Spaziergang mit seinem Hund eine Pinzette bei sich trägt. Zudem soll der Stachel eben nicht herausgezogen werden, sondern mit dem Fingernagel abgekratzt werden. Denn beim Herausziehen kann der mit Wiederhaken versehene Stachel abbrechen und ein großer Teil verbleibt in der Haut. Der Stachel sollte schnellstmöglich entfernt werden, damit so wenig wie möglich Gift in den Organismus kommt. Sofortige Kühlung ist wichtig, allerdings solltest du nicht mit eiskaltem Wasser hantieren, sonst kann es zu einer Unterkühlung kommen, was es zu vermeiden gilt.

Es ist dir sicher bekannt, dass eine Biene niemals aggresiv ist und von sich aus grundlos angreift. Nur, wenn sich das Tier bedroht sieht, sticht es zu. Das Gleiche gilt auch für Wespen. Wer beim Kaffeekränzchen im Garten hungrige Wespen vertreiben möchte und wild mit den Händen umherfuchtelt, hat beste Chanchen auf einen Stich. Apropos – im Gegensatz zu Wespen hat die Honigbiene kein Interesse an unserem Kuchen, sie möchte vielleicht nur den Nektar genau der Blume, die neben dem Kaffeetisch steht. Verhalte dich ruhig, selbst wenn das Tier deinen Unterarm als Landeplatz benutzt. Achte darauf, dass dein Hund nicht nach dem Insekt schnappt, denn ein Stich in den Rachenraum ist fatal. Beim Mensch und beim Hund!

Die Symptome einer Bienenstich-Allergie

Der Mythos hält sich hartnäckig: Schwillt die gestochene Hautpartie an, rötet sie sich und schmerzt sie, reden viele Menschen von einer allergischen Reaktion. Dabei sind genau das die Symptome, die normalerweise auftreten, wenn man denn gestochen wurde. Eine Allergie kennzeichnet sich dadurch, dass die Beschwerden an völlig anderen Stellen auftreten und ein komplett anderes Gesicht zeigen, die eigentlich nichts mit einem Stich zu tun haben.

Folgende Symptome können eventuell auftreten, wenn ein Hund allergisch auf Bienenstiche reagiert:

  • Taumeligkeit
  • Schluckbeschwerden
  • Tränende Augen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Apathie

Eine Allergie kommt immer dort am Körper vor, wo das Allergen – in dem Fall ein Bienentich – überhaupt nicht hinkam. Diese Überreaktion des Immunsystems wird im Fachjargon als “anaphylaktischer Schock” bezeichnet. Das bedeutet, dass Aufruhr im Hundeorganismus tobt, dass das Immunsystem völlig überreagiert und dass Lebensgefahr besteht.

Was tun, wenn ein Insktenstich-Allergiker-Hund gestochen wurde?

Bei Hunden besteht die Gefahr, dass sie nach einem Stechinsekt schnappen und so im Rachenraum gestochen werden oder sie treten beim Spaziergang auf eine am Boden liegende Biene oder sonst ein Insekt. Besonders groß ist die Gefahr übrigens im Herbst, wenn sich das Leben der Bienen und Wespen dem Ende neigt und sie quasi zum Sterben am Boden liegen bleiben.

Wenn dein Hund gestochen wurde, ist Ruhe oberstes Gebot. Bleibe ruhig, denn wilde Panik nützt dem Hund nichts. Sind andere Spaziergänger dabei, sollten diese nicht auch noch an dem betroffenen Hund irgendwelche gut gemeinten Tipps ausprobieren. Beruhige den Hund und leine ihn zuerst an, denn aufgrund einer Folgereaktion könnte er davonlaufen. Wurde er im Rachenbereich gestochen, sollte er so schnell als möglich eine Kühlung erfahren. Zur Not nimmst du die Flasche Wasser, die für dich gedacht war, falls ihr unterwegs seid. Der Hund muss so schnell es irgend geht, zum nächsten Tierarzt oder in die Tierklinik, denn es besteht aufgrund der Schwellung Erstickungsgefahr. Deswegen auch die Kühlung, damit soll ein zu schnelles Anschwellen verhindert werden.

Jede Sekunde zählt

Wenn dein Hund eine bekannte Allergie gegen Insektengift hat, solltest du immer ein vom Tierarzt verordnetes Notfallset dabeihaben. Zögere nicht, wenn dein Hund gestochen wurde, es einzusetzen. Zeigt ein Hund erstmals die Symptome einer Allergie gegen Insektengift, muss er sofort in die nächste Klinik oder zum nächsten Tierarzt.

  • Die Gefahr erhöht sich bei jedem Insektenstich! Was beim ersten Stich mit Übelkeit und Erbrechen “ausgestanden” sein kann, kann beim nächsten Stich Lebengefahr bedeuten!

Eine Allergie beim Hund ist immer schlimm – doch während die meisten Allergien relativ gut behandelbar sind, kann eine Allergie gegen Bienen- oder Insektenstiche lebensbedrohlich sein. Der Kreislauf kann unfassbar schnell zusammenbrechen, deswegen zählen bei zwei Faktoren tatsächlich jede Sekunde und erfordern die unverzügliche Hilfe eines Tierarztes:

  • Der Hund wurde in den Rachenbereich gestochen
  • Der Hund zeigt Symptome, die auf den ersten Blick nichts mit dem Insektenstich zu tun haben.
Wichtig!
Alle bereitgestellten Informationen auf tierisch-gesundes.de sind ausschließlich informeller Natur. Sie ersetzen keineswegs den Tierarzt!
Martina Pfannschmidt
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Martina gehört zur Spezies “wissenschaftsorientiert” und weiß einiges über die sogenannte “Phytotherapie”, also die Pflanzenheilkunde – die im Übrigen nix mit der Homöopathie zu tun hat. Die meisten Texte bezüglich Gesundheit, Krankheiten, Heilpflanzen und Naturstoffe stammen aus ihrer Feder. Alle Texte werden zudem regelmäßig durch eine Tierärztin geprüft.

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