Wo’s wedelt, ist hinten

Wedelnde Hunde

Habt ihr euch auch schon mal die Frage gestellt, warum Hunde mit dem Schwanz wedeln? Da gibt es tatsächlich ganz unterschiedliche Meinungen. Die einen sagen, Hunde wedeln vor Freude mit dem Schwanz und die anderen sagen, Hunde wedeln immer dann mit dem Schwanz, wenn sie aufgeregt sind. Ich hab mich mal ein bisschen eingehender mit dem Schwanzgewedele beschäftigt.

Sasha im ausgelassenem Spiel

Wann wedelt der Hund?

Wer sich mit der “Hundesprache” ein bisschen auskennt und seinen Hund gut kennt, weiß, wie er welches Schwanzwedeln zu deuten hat. Denn da gibt es große Unterschiede.
Es gibt verschiedene Studien zum Thema “warum Hunde mit dem Schwanz wedeln“. Am häufigsten kann nachgelesen werden, dass das Wedeln mit dem Schwanz in jedem Fall ein Erregungszustand ist.

Gut, soweit kann ich das an unseren eigenen Hunden nachvollziehen, denn wenn einer von uns nach Hause kommt, flippen unsere Drei komplett aus. Ergo, sie sind erregt, freudig erregt nämlich.
Anders sieht das aus, wenn einer von uns immer nur für kurze Zeit das Haus verlässt. Zum Beispiel zum Briefkasten geht, in den Waschkeller oder zu einem Nachbarn. Wenn ich von einem sehr kurzen Verlassen  zurück komme, bleiben alle drei komplett entspannt auf ihren Plätzen liegen und schauen vielleicht höchstens mal in meine Richtung. Das war’s aber auch schon.

Ebenso wenn ich tagsüber allein daheim und das Haus verlasse, komme ich zurück, bleiben alle drei entspannt. Sind wir beide daheim, verhalten die sich total anders. Ich arbeite von Zuhause aus und alle drei wissen das irgendwie und benehmen sich einfach normal. Sobald wir beide Zuhause sind, ist das anders. Amy zum Beispiel nervt die ganze Zeit und verlangt nach Aufmerksamkeit. Das kann echt nervig sein. Die Einzige der das alles egal ist, ist Nele. Die ist immer gleich drauf, wedelt immer vor sich, natürlich nur wenn sie denn mal ihren Schlafplatz verlässt, und bleibt insgesamt immer entspannt.

An Maira’s Haltung ihres Schwanzes, sieht man deutlich wie entspannt sie ist

Studien dazu

In einigen Studien geht man sogar davon aus, dass Hunde, die mit dem Schwanz tendenziell nach rechts wedeln, positiv erregt sind, sich also über irgendetwas freuen. Wedeln sie tendenziell nach links, soll es negative Erregung sein.  UND: Hunde könnten dass an ihrem Gegenüber sehen und wüssten somit, wie es um den jeweiligen Gemütszustand des Anderen steht.
Da ich das tatsächlich mit am Häufigsten gelesen habe, gehe ich mal davon aus, dass dies wohl zutreffend ist. Natürlich werde ich das von jetzt an beobachten und bin mega gespannt.

Ein bisschen was wissen wir wohl alle, nämlich, dass das Wedeln des Schwanzes nicht immer gleich ist. Steht die Rute kerzengerade nach oben und wedelt nur in der Spitze, so wissen wir, dass unser Hund gerade nicht freundlich unterwegs ist. Zieht unser Hund den Schwanz unter den Bauch, ist er ängstlich. Und hängt die Rute entspannt herunter, ist der Gemütszustand unseres Hundes im Entspannungszustand.

Die Meinungen über das Verhalten unserer Hunde und deren Kommunikation gehen weit auseinander. Denn bislang ist dieses Thema zwar in Studien abgehandelt, aber nicht wissenschaftlich erforscht worden. Zudem ist es nicht nur der Schwanz des Hundes, der da mit uns oder Artgenossen kommuniziert, sonders der ganze Körper des Hundes. Ergo muss ich das Verhalten meines Hundes ganzheitlich betrachten, um mir ein Bild seines Gemütszustandes zu erklären.

Ja, Studien besagen sogar, dass das Wedeln mit dem Schwanz in jedem Falle eine Konfliktsituation des Hundes darstellt. Begründung: Der Hund weiß nicht ob wir gut oder schlecht gelaunt sind, wenn wir heim kommen und beschwichtigt daher vorsichtshalber. Oder auch: Aufgrund seiner Abhängigkeit zum Menschen muss er uns umschmeicheln, sonst weiß er ja nicht, ob er je wieder was zum Fressen bekommt usw.

Deutlich sichtbar, Neles Rute ist steif nach oben gerichtet

 

Also wirklich, noch nie hat einer unserer Hunde ein wirklich böses Wort in seine Richtung erfahren müssen, geschweige denn Schlimmeres. Auch gab es noch keinen einzigen Tag unter unserem Hause, an dem sie kein Futter bekommen haben. Genauso verhält es sich mit “schlechter Laune”, im Gegenteil, sollte ich aus irgendeinem Grund nicht gut drauf sein, reicht mir schon der Anblick meiner Hunde um meine “Laune” sofort ins Positive zu kehren.
Diese Liebe in ihren Augen, diese Treue in ihrem Blick und diese Hingabe mit allen Fasern ihres Herzens ist das schönste und größte Geschenk, dass in meinem Leben überhaupt bekommen kann. Das unterscheidet sie vom Menschen, wenn sie mit dem Schwanz wedeln ist das ehrliche Liebe, Hunde können nicht lügen. Beim Menschen bin ich mir da nicht immer sicher.

drei völlig entspannte Hunde

Fazit

Ehrlich? Wenn ich nach Hause komme und meine Hunde mich – mega wedelnd – begrüßen, gehe ich davon aus, dass es pure Liebe ist. Amy benimmt sich fast wie eine Katze, sie wedelt nicht nur mit dem Schwanz, nee da wedelt der ganze Körper, sie schmiegt ihr kleines Köpfchen an mein Gesicht und ich werde SEHR zart an der Nasenspitze abgeschleckt ( Amy schleckt sonst nie). Ich kann da weit und breit keine Konfliktsituation bei meinen Hunde erkennen. Sie wissen, dass sie geliebt werden und lieben uns ganz einfach zurück, so wie es in einer gut funktionierenden Partnerschaft eben der Fall ist, egal ob zwischen Mensch oder Tier. Wir vertrauen uns, tolerieren unsere Macken und respektieren uns gegenseitig, so auch mit unseren drei kleinen Schätzen.

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