Hundefutter und seine Inhaltsstoffe

Vor kurzem veranstaltete ich eine Verlosung, bei der es einen Topf Leckerli zu gewinnen gab. Binnen weniger Minuten nach der Veröffentlichung kam ein etwas abfälliger Kommentar, dass es sich bei den Leckerlis zwar um zuckerfreie Teile handelt, doch wer möchte seinem Hund schon tierische Nebenerzeugnisse geben? Ich war verwirrt. Sind tierische Nebenerzeugnisse nicht auch Luftröhren, Schlund, Magen und Euter – also sinnvoll für die Hundeernährung?

Das ließ mir keine Ruhe und ich machte mich auf eine Reise durch die verschlungenen Wege der Inhaltsangaben von Hundefutter. Das Ziel sehen Sie hier niedergeschrieben. Und – um auf den Anfang zurückzukommen: Der abfällige Kommentar der Dame zeugt von Unkenntnis, denn tierische Nebenerzeugnisse sind Fleischteile von geschlachteten warmblütigen Landtieren. Dazu zählen beispielsweise Rinder, Geflügel und Schweine. Diese Fleischteile dürfen nur von Tieren stammen, die zur Fleischerzeugung geschlachtet wurden – andere Tiere dürfen also nicht dazu verwendet werden. Meist handelt es bei “tierischen Nebenerzeugnissen” um Lunge, Euter, Magen, Sehnen und Knorpelteilen.

Joyce’s glänzendes Fell, ihre klaren Augen und ihre Vitalität sind Zeugnis eines guten Futters

Was bedeuten die Inhaltsangaben im Hundefutter?

Vorneweg – zuerst wird zwischen “Alleinfuttermittel” und “Ergänzungsfuttermittel” unterschieden. Ein Alleinfuttermittel erhebt den Anspruch, dass alles enthalten ist, was der Hund braucht. Von den Vitaminen über die Spurenelemente bis hin zu den Nährstoffen. Ein Ergänzungsfuttermittel hingegen muss nicht als alleinige Nahrungsquelle dienen, dabei kann es sich also um Leckerlis handeln – als Beispiel.

Die Weender Futtermittelanalyse

Auf jedem Hundefutter-Etikett müssen einige Angaben aufgeführt werden. Doch genau die sind es, die oft für Verwirrung sorgen: Rohasche, Rohprotein, Rohfaser und Rohfett.

Rohasche

Rohasche bleibt übrig, wenn die organischen Bestandteile des Hundefutters so erhitzt werden, dass nur noch Asche rauskommt. Der Wert sollte in dem Futter enthalten sein, denn er versorgt den Hund mit Mineralstoffen wie etwa Kalzium, Kalium und Magnesium. Allerdings sollte der Wert unter 10 Prozent liegen, denn ein zu hoher Wert weist darauf hin, dass recht viel unnötiges Zeug verarbeitet wurde, was vom Hund unverarbeitet ausgeschieden wird und langfristig könnte dies die Nieren belasten.

Rohprotein

Rohprotein bezeichnet sämtliche Proteine, die im Futter enthalten sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese tierischen oder pflanzlichen Ursprung haben. Auch über die Verdaulichkeit sagt dieser Wert nichts aus. Somit ist dieser Wert quasi unbrauchbar, denn er sagt zudem nichts über die Eiweißquelle aus. Das Rohprotein kann aus Muskelfleisch stammen – oder aus Federn.

Rohfaser

Bei Rohfasern handelt es sich unverdauliche Pflanzenbestandteile. Sie regulieren beispielsweise die Konsistenz des Kot. Der Wert sollte zwischen 2 und 3,5 Prozent liegen, denn alles darüber sorgt für eine Erschwerung der Darmtätigkeit.

Rohfett

Beim Rohfett handelt es sich um alle fettähnliche Bestandteile tierischen und pflanzlichen Ursprungs. Da es sich somit um alles Mögliche handeln kann, ist der Wert nicht unbedingt aussagekräftig.

Ist das Futter nun gut oder nicht?

Diese vier Stoffe helfen also nur wenig bei dem Versuch herauszufinden, ob eine Futter qualitativ gut oder eher minderwertig ist. Dazu müssen die weiteren Angaben auf dem Etikett für Aufklärung sorgen. Bei einem guten Futter egal ob nass oder trocken sollte der Fleischanteil bei mindestens 70 Prozent liegen. Hunde sind schließlich Fleischfresser und keine Vegetarier.
Am effektivsten ist somit der Blick auf die Reihenfolge der Inhaltsstoffe. An erster Stelle steht das, was in größter Menge enthalten ist. Doch Vorsicht – die Hersteller lassen sich eine Menge einfallen, um ihr Futter als besonders gut dastehen zu lassen! Beispiel:

  • Der Fleischanteil liegt bei 68%, das muss nicht heißen, dass das Futter 68% Fleisch beinhaltet, es können auch ebenso Fleischabfälle und Fleischbrühe enthalten sein.
  • Der Fleischanteil im Futter wurde gewogen, als das Fleisch frisch war – also mitsamt der Feuchtigkeit.
  • Auf dem Etikett steht nun natürlich der Fleischanteil an oberster Stelle, gefolgt von den einzelnen Getreidezutaten.
  • Wenn jetzt aber der Anteil von 5 Getreidesorten je 5 Prozent beträgt, ist der Gesamtanteil von Getreide bereits 25 Prozent.

Vitamine und Mineralstoffe

Haben Sie schon einmal die verschiedenen Futtersorten bezüglich des Vitamingehalts verglichen? Obwohl die Werte teilweise deutlich voneinander abweichen, teilt fast jeder Hersteller mit, sein Futter habe das Optimum an Vitaminen und Mineralstoffen. An den Blutwerten (lass ich regelmäßig untersuchen), kann ich sehen, ob ihr Futter was taugt.
Meine Hunde bekommen wahlweise fertiges Nassfutter oder selbst gekochtes Futter. Beim Selbstgekochtem gebe ich die Mineralien und Vitamine ebenfalls selber hinzu, beim fertigen Nassfutter achte ich auf diese Zugaben und natürlich auf den “echten” Fleischanteil. Ich bevorzuge momentan das Nassfutter von Natur Plus. Es hat einen Fleischanteil von 70% und beinhaltet kein Getreide. Die Zugaben an Mineralien und Vitaminen sind ausgewogen. Zudem schmeckt dieses Futter meinen drei Rackern mega gut (das selbst gekochte schmeckt ihnen natürlich am besten). Auf genau so ein Futter habe ich schon lange gewartet, nun muss ich nicht mehr immer selber kochen.

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4 Kommentare zu Hundefutter und seine Inhaltsstoffe

  1. Hi Martina,

    vielen Dank für diese tolle Zusammenstellung! Ich kann das mir leider immer nicht merken was was bedeutet und muss jedes Mal nachschauen…. Aber jetzt weiß ich wo 😉

    Liebe Grüße
    Daniela

  2. Vielen Dank für den wirklich Interessanten Artikel! Ich glaube das sich die wenigsten Gedanken machen, was überhaupt im Hundewetter enthalten ist, genau wie in unserer Nahrung sind teilweise Nebenerzeugnise enthalten.

    • Vielen Dank für das Feedback. Ich frage mich schon lange, warum man nicht klipp und klar und für jedermann verständlich die im Hundefutter enthaltenen Stoffe deklarieren kann. Genau wie in unserer Nahrung auch – ich möchte nicht jedesmal erst googeln müssen, weil ich nicht weiß, was der Inhaltsstoff oder das nebenerzeugnis genau beinhaltet.

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