Donnerhall – eine Legende

Der Oldenburger Hengst Donnerhall zählt wohl zu den berühmtesten Pferden überhaupt. Seine Erfolge im Dressursport lassen selbst Nicht-Fachleute erstaunt aufhorchen und der züchterische Einsatz dieses Hengstes prägt die Zuchtgeschichte bis weit in die Zukunft.

Donnerhall und seine Abstammung

Donnerhall kam am 31. Mai 1981 auf dem Zuchthof von Otto Gärtner im Schleswig-Holsteinischen Travenhorst zur Welt. Er stammt von dem pechschwarzen hannoverischen Hengst Donnerwetter ab, der seinerseits auf den braunen Hannoveraner Beschäler Disput zurückgeht. Der Züchter bewies mit der Oldenburger Mutterstute Ninette (von Markus / Negola) ein gutes Händchen – immerhin war Donnerhall ihr erster Sohn.
Da sowohl Ninette als auch Donnerwetter Rappen waren, ging der Züchter davon aus, dass ein Rappfohlen zur Welt kommen würde. Donnerhall dachte überhaupt nicht daran, den Gesetzen der züchterischen Logik zu folgen und erblickte als Dunkelfuchs mit einer unregelmäßigen Blesse das Licht der Welt. Doch es war wohl an jenem 31.Mai im Jahre 1981 niemanden so richtig klar, welches Potenzial das kleine Pferdekind einmal bieten würde.

Die sportliche Karriere des Hengstes

Als Donnerhall ein halbes Jahr alt war, wurde er an das Gestüt Grünwohldhof von Otto Schulte-Frohlinde verkauft. Seine Junghengst-Körung im Jahr 1983 verlief völlig unspektakulär. Donnerhall war ein zierlicher Junghengst ohne einen sonderlich ausgeprägten Hals. Deswegen kam er für die Körkommission als Prämien-Hengst nicht infrage. Vorerst. Das änderte sich im Jahre 1984. Donnerhall legt in Adelheitshof die Hengstleistungsprüfung mit exakt 131,92 Punkten als Reservesieger ab. Der Grundstein für eine wahnwitzige Karriere war gelegt.

Donnerhall kam nun unter die Fittiche von Herbert und Karin Rehbein. Sein Lerneifer und seine freundliche Art hoben ihn bald in den Status eines „Lieblings-Pferdes“ und innerhalb von zwei Jahren erreichte er Grand-Prix-Niveau. Sagenhaft. Seine Piaffe und seine Passage waren ausdrucksstark und sorgten für viele „Ahs“ und „Ohs“ auf den Tribünen der Dressur-Vierecke.

Seine Erfolgsbilanz liest sich mit Faszination: 118 Siege in S-Dressuren, über 65 Siege in Grand-Prix-Wettbewerben, DLG Champion in Hannover (1986), Deutscher Meister mit Karin Rehbein (1994), Mannschafts-Weltmeister, Einzelbronze bei den Weltreiterspielen 1994 in Den Haag und der Europameisterschaft 1997 in Verden. Im Jahr 1998 holte er bei den Weltreiterspielen in Rom Mannschaftsgold und belegte den vierten Platz in der Einzelwertung . Es war sein letztes Turnier, denn im gleichen Jahr wurde er im Rahmen der Oldenburger Hauptkörung mit viel Glanz und Gloria aus dem Sport verabschiedet. Ebenfalls im Jahre 1998 wurde Donnerhall zum Oldenburger Hengst des Jahres gewählt.

Seit dem Jahr 2007 ziert eine bronzene Statue des Prachthengstes die Oldenburger Innenstadt. Donnerhall selbst verstarb im Jahre 2002 an einer Darmvergiftung.

Donnerhall und seine Nachkommen

Der Ausnahmehengst vererbte seine phänomenalen Bewegungen und das Lerntempo des fliegenden Wechsels. Allein über 100 gekörte Söhne gehen auf sein Konto und um die 450 Stutfohlen tragen den Namen des berühmten Vaters. Davon erreichten knapp 200 Stuten den Status als Staatsprämienstuten.

Die komplette Dressurmannschaft der Olympischen Sommerspiele im Jahr 2012 in London gehen auf ihn zurück:

  •  Damon Hill, ein Sohn von Donnerhall
  • Desperados, ein Enkel des Hengstes
  • Diva Roya, ebenfalls eine Enkelin

Donnerhall ist eine Legende und er wird in den Augen von Pferdefreunden noch für lange Zeit ein Aufleuchten verursachen. Deswegen bekommt er hier diesen langen Artikel – er hat es wahrlich verdient.

 

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